Aktuelles

Am 11.1.20:

Anja Röhl, VHS-Vortrag in Oldenburg

Gern weiterleiten an Interessierte in Niedersachsen:

https://www.vhs-ol.de/Mensch-und-Gesellschaft/Politik-und-Gesellschaft-85/Das-Elend-der-Verschickungskinder-Menschliche-Kaelte-statt-fuersorgliche-Hinwendung-20AO11020

Am 9.1.20

Ich habe nun das erste Mal Einblick genommen in eine Heimakte, (Akte: NLA OL Rep 400 Akz. 226 Nr. 146) angelegt in der Landesverwaltung, abgelegt im Landesarchiv (Oldenburg) erarbeitet vom Landesjugendamt, mit der Aufgabe der Überprüfung und Genehmigung von Kinderkur- und Erholungsheimen. 

Solcherlei Akten gibt es zu jeder der bisher bekannten ca. 900 Kinderheime, die Verschickungskuren durchführten. Diese Akten lagern in den meist 7 – 10 über das Bundesland erteilten Landesarchiven. Sie sind für jeden anzufordern und einsehbar. Oft enthalten sie Sperrvermerke, die sich auf Personen beziehen, die noch leben und deren Namen man nicht „verraten“ darf. Alles andere kann man einsehen und dafür Copieraufträge vergeben. Welche mit Wissenschaftlern und/oder Journalisten ins Archiv reingehen, bekommen leichter Zugangsmöglichkeit. 

Bisher haben wir nur Akten eingesehen, über Heime, in denen Todesfälle vorgekommen sind.

Erschreckend enthüllte sich in die Akten, in die wir Einblick nehmen konnten, eine Aneinanderreihung von Verstößen gegen bestimmte Kinderschutzbstimmungen, zb. gegen die jedem Kind zugesicherte Quadratmeterzahl, statt die damals vorgeschrieben 3 qm, hatten die Kinder bei zB der Heimleiterin des Friesenhofs auf Borkum, pro Kopf keine 1.5 qm.

Die Heimleiterin Edith Künlen (verstorben) hat vorsätzlich ihr Heim mit Kindern überbelegt, mit Fachpersonal unterbesetzt, hat Grundrisse gefälscht und Überprüfungsbesuche verweigert. Sie ging beleidigend und cholerisch auf Jugendmitarbeiter los, sie hetzte andere Kinderheimbesitzer gegen das Jugendamt auf. Es enthüllte sich aus umfänglichem Briefwechsel eine gewaltige kriminelle Energie: Als einmal 86 Kinder wegen Eiswetter und zugefrorener Nordsee von ihren Eltern nicht geschickt wurden, verklagte sie die Bahnversicherung, (Entsendervertragspartner) auf ca.19.000.- DM. Das war der Reingewinnverlust. Das die Kinder frieren würden (vorher war oft die Heizung bemängelt worden) das schien ihr kein Problem zu machen, ebensowenig, dass sie in Emden um Mitternacht ankommend, vielleicht tagelang in einer Jugendherberge würden übernachten müssen, bis das Eis aufgetaut sein würde. Die Kinder waren für sie der Rohstoff, mit dem sie Geld machte, die Bahnversicherung hatte zu liefern, das war ihre Einstellung und Haltung dazu. Als eines der Kinder starb, beteuerte sie, dass es nichts mit den Heimbedingungen zu tun gehabt hätte. Arztbericht oder Obduktionsbefund lagen der Akte nicht bei, wurden auch nicht angefordert. Ein Satz auf einem Attest war das einzige, was zum Tod des Kindes zu finden war. Auf diesem stand: Herz-Kreislaufversagen. 

Wir können dadurch etwas lernen: Nämlich, dass dies aufgearbeitet gehört.

Tausend Akten liegen in Archiven rum, niemand hat sie je angeschaut. Sie enthüllen uns die Hinter- und Abgründe der Institutionen, an die so viele von uns die schrecklichsten Erinnerungen haben.  

Wir machen nicht mehr mit bei der Vertuschung unserer Leiden. Wir lassen uns nicht mehr einreden, dass wir uns das alles nur eingebildet hätten, die Akten enthüllen die Bedingungen, unter denen wir gelitten haben. Alles muss gründlich angeschaut und ausgewertet werden, dazu brauchen wir Historiker unserer Wahl.

Unterstützen Sie unsere „ERKLÄRUNG DER VERSCHICKUNGSKINDER“, lückenlose Aufklärung, Aufarbeitung und Hilfe für Verschickungskinder. 

Am 4.1.20:

Heute habe wir uns eine Vernetzungsstruktur gegeben, sie ist unter VERNETZUNG kurz skizziert. Außerdem haben wir einen zweiten Kongress für 2021 in Salzdetfurth geplant. Anmeldungen für den zweiten Kongress der Verschickungskinder ab November 2020 an:  info@verschickungsheime.de

Auch wollen wir VISIONEN entwickeln, das sind freie Wünsche und Vorstellungen, unabhängig davon, ob wir sie durchsetzen können. Dort können alle durch kommentierende Vorschläge mitmachen!

Am 31.12.19:

Guten Rutsch ins Neue Jahr, auf das wir eine starke gesellschaftliche Kraft zur Aufarbeitung und Ursachenerforschung des Phänomens „Verschickung“ werden! 

Am 24.12.19:

Liebe Verschickungskinder: Das erste Weihnachten unter den Bedingungen der Öffentlichen Aufdeckung und Sichtbarmachung eines Geschehnisses, das in eurer Kindheit, oft ein seltsam herausgebrochenes Ereignis war. Viele von euch beschreiben es als eine Art Kinder-Gefängnisaufenthalt. Im Gegensatz zu erwachsenen Gefängnisinsassen gab es weder Richterspruch noch Verteidigung. Eltern wurde dieser Aufenthalt als Erholung angepriesen.

Ich wünsche euch, dass ihr durch die Öffentlichkeit im Nachhinein viel Kraft bekommen habt und seitdem aufrechter durchs Leben geht. 

Am 23.12.19:

Es gibt bei der Fülle von Erlebnisschilderungen und Anfragen, die wir bekommen,  auch positive Schilderungen von Kinderkur-Erlebnissen. Ich möchte ausdrücklich erwähnen, dass positive Schilderungen bei uns nicht unterdrückt werden. Positive Erlebnisse sind für uns interessant, nehmt gern an unserer Fragebogenaktion teil, wir könnten dann herausfinden, welche Heime bis wann und in welchen Jahren, mit welchen Mitarbeitern und Heimbetreibern ihren Auftrag der „Kindererholung“ wirklich ernst genommen haben. Danke dafür.

Dass es bisher nur wenige positive Erlebnisschilderungen gibt, hat den Grund, dass wir nur extrem wenige geschickt bekommen haben. Wir nehmen keine Zensur vor. Das kann allgemein mehrere Gründe haben:

1. Es gibt weniger positive Erfahrungen, die negativen überwiegen
2. Die es positiv erlebt haben, fühlen sich von traumatischen Erinnerungen nicht angesprochen 
3. Die es positiv erlebt haben, erinnern sich nicht mehr so stark, da sie keine negativ besetzten Gefühle, kein Trauma erlitten haben.

Was davon zutrifft, kann nur eine seriöse Forschung an den Tag bringen, diese ist bereits eingeleitet, unter FRAGEBOGEN ist dazu der Anfang gemacht. Beteiligt euch!

Am  15.12.19:

Wir sind jetzt auch auf Facebook: Unter “Verschickungskinder Deutschland“, in einer geschlossenen Gruppe und auch die Heimortgruppe Wyk ist auf facebook vernetzt, unter: “Verschickungskinder Wyk“. 

Am 5.12.19:

Am 3.12.19 um 21.45 Uhr gab es eine erneute Sendung über uns in REPORT Mainz, eine Überblicksuntersuchung ergab alarmierende erste Daten. Diese müssen durch die von uns angestrebte selbst bestimmte Forschung vertieft werden. Wir brauchen eine Liste damaliger Verschickungsheime, wir müssen Einblick in die Heimakten bekommen. Wer hat verdient an uns, weshalb diese enorme Anzahl von Verschickungen? 

Infos am 28.11.19:

Der Kongress ist als voller Erfolg zu werten, seither bilden sich überall Bundesländergruppen, die sich per WhatsApp-App und mail verbinden, die sich kennen und miteinander über die Heimort-Verantwortlichen Recherche ankurbeln. Es ist so, als hätten wir eine Lawine in Gang gebracht, sie rollt und rollt…

Unser Forderungskatalog heißt: ERKLÄRUNG DER VERSCHICKUNGSKINDER und ist seitlich unter BEITRÄGE gelistet. Jeder von euch kann ihn sich kopieren und an seine örtliche Presse schicken, mit der Bitte sich damit zu befassen. Ebenso auch an die neuen Träger Eurer Heime, falls die noch stehen und weiter betrieben werden.

Dasselbe könnt Ihr auch mit der PRESSEMITTEILUNG unter Beiträge machen. Ihr seid die Hautpersonen, ihr seid die Multiplikatoren, nur mit euch werden wir eine große und tatkräftige Organisation, über die die Ministerien, Wohlfahrtsträger und Länderarchive nicht hinwegsehen können.

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