Betreuerinnen

Hier können sich ehemalige Praktikantinnen und Betreuerinnen, ehemalige Zeitzeugen (über die Kommentarfunktion) zu Wort melden, die unser Leid von der anderen Seite her erlebt haben, und denen schon damals die „Erziehungsprinzipien“ in diesen Heimen auch nicht gefallen haben.  

Aus den Akten wissen wir, dass es mutige Praktikantinnen gegeben hat, die sich sogar getraut haben, sich unter Inkaufnahme von Nachteilen, beim Jugendamt zu beschweren.  Wenn sich welche vertrauensvoll an uns wenden wollen, Die damals schon Augenzeugen von Misshandlungen waren, können sie das über die mail: info@verschickungsheime.de tun. 

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ArnoldSabineElviraAndrea EberwienAnne Kulling, geb. Annemarie Berchem Letzte Kommentartoren
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E.B.
Gast
E.B.

Nachtrag: langsam kommt die Erinnerung, es war Spätsommer1975 auf der eigentlich schönen Insel Föhr, im Kinderkurheim Schloss am Meer Hygieneartikel wurde den Kindern abgenommen (alles landete in einer großen Tonne auf die von Seiten der Erzieher gut aufgepasst wurde) . Es wurde dann vom Taschengeld der Kinder “Ersatz” beschafft, obwohl die Tonne voll war. Persönliche Süßigkeiten der Kinder wurde einbehalten um sie dann an alle Kinder zu verteilen?! Natürlich großzügig auch an die Erzieherinnen. Eine Erzieherin ist mir in besonderer Erinnerung, “laut und launig”. Ich glaube er hieß Frank, ein etwas älterer Junge wurde bestraft, indem man ihm seine Gitarre… Weiterlesen »

E.B.
Gast
E.B.

Wir hatten ein Abschiedslied getextet! Willst Du mal in Urlaub fahren faria, faria… Musst Du erst den Doktor fragen faria, faria… der verschreibt Dir einen Schein für das Kindererholungsheim faria, faria… Bist endlich angekommen faria, faria… wird Dir alles abgenommen faria, faria… mit dem Koffer in der Hand rennt die Tante zum Kleiderschrank faria, faria… Mittagsschlaf ist großer Mist faria, faria… weil man gar nicht müde ist faria, faria… machst Du mal die Augen auf, kommt die Tante im Dauerlauf faria, faria… Willst Du mal auf Toilette gehen faria, faria… musst Du erst mal Schlange steh`n faria, faria… bist Du… Weiterlesen »

Arnold
Gast
Arnold

Wyk Föhr, ich kann mich noch erinnern, das der Junge neben mir erbrochenes essen musste, es gab Grützwurst und wir durften dann schon raus gehen. Ich esse bis heute keine Grützwurst. Wir mussten auch vor dem Essen im Vorraum, im Kreis, in einen Eimer pinkeln. Das sind meine Erinnerungen, Zeit ca.1952.

Sabine
Gast
Sabine

Hallo, Elvira,
Warst du denn jedes Mal in Melle oder “nur” 56/57?

Elvira
Gast
Elvira

Liebe Sabine, ich war in Melle. Es muss ungefähr 1956 oder 1957 gewesen sein. Ich wurde ab einem Alter von drei Jahren, jedes Jahr verschickt. Habe nicht mehr sehr viele Erinnerungen. Nur, dass ein älteres Mädchen mich immer tröstete. Ich mochte keine Eier, keine Tomaten und auch keine Milch ….

Sabine
Gast
Sabine

Es muss ca. 1966 gewesen sein, ich war ca. 9 Jahre alt. Da wurden meine beiden kleineren Geschwister und ich nach Melle in Kinderkur geschickt, sechs lange Wochen. Ich erinnere mich an einiges, wie: -jeden Morgen gab es Griessuppe, die aufgegessen werden musste. Wer erbrochen hat musste weiteressen. -Kinder die eingekotet hatten, wurden ins Treppenhaus mit voller, heruntergelassener Hose gestellt und wir kamen alle daran vorbei. -Jeden Mittag schlafen. Ich hatte ich der Zeit mein Bett schon wieder ordentlich gemacht. Strafe war: Es wurde abgezogen, ich musste es bestimmt 3x neu machen. Den Rest des Tages musste ich im Bett… Weiterlesen »

Andrea Eberwien
Gast
Andrea Eberwien

Hallo Frau Kulling,
haben Sie Interesse mit anderen Nach Borkum Verschickten zu vernetzten? Melden sie sich
andreaeberwien@web.de.

Anne Kulling, geb. Annemarie Berchem
Gast
Anne Kulling, geb. Annemarie Berchem

Ich war im Juli/August 1958 als 10-Jährige im Kinderheim Sankta Maria auf Borkum. Ich hatte wegen der sehr rauen Sitten, der spartanischen Versorgung und der Demütigung durch die Schwester Oberin dauernd auf der Krankenstation. Nach den 6 Wochen kam ich in Köln sofort ins Krankenhaus. Nur eine Betreuerin im Heim, Frl. Nathues, zeigte Mitleid und kümmerte sich um mich.

Andrea Betz
Gast
Andrea Betz

Gibt es hier jemanden der M
itte der 70ziger Jahre in Hamburg Woldorf war?Es war dort traumatisch.

Christine Kowalewski
Gast
Christine

meine Email-Adresse war falsch, sorry.

Christine
Gast
Christine

1976 leistete ich von Juli bis Dezember ein “Hauswirtschaftliches Praktikum” in einem privaten Kinderheim auf Borkum ab. Ich war bei Antritt des “Praktikums” 17 Jahre alt und sollte 1 Jahr bleiben. Ich verließ die Insel Weihnachten 1976, nachdem ich volljährig geworden war und kehrte, trotz der Androhung verklagt zu werden, nicht mehr an meinen Arbeitsplatz zurück. In meiner Zeit gab es sowohl Kurkinder, die von der Krankenkasse verschickt wurden und 4-6 Wochen blieben, vorwiegend aus dem Ruhrgebiet mit Haut- oder Bronchialerkrankungen wie Athma, Bronchitis, etc. Alle Kinder waren in regelmäßiger ärztlicher und physiotherapeutischer Behandlung. Es handelte sich hier um ein… Weiterlesen »

Madeleine15
Gast
Madeleine15

Das ist interessant. Ich war in den 60er Jahren auf Borkum, in einem Heim, das ‘Friesen’ im Namen hatte. 1979 war ich mit einer Freundin nach unserem Abi in Urlaub auf Borkum, bei einer Privatvermieterfamilie in Kiebitzdelle-Ost. Ich habe, glaube ich, versucht , mich nach dem Verbleib des Kinderheims zu erkundigen. Soviel ich weiß, sagte man mir, dass es nicht mehr existieren würde. Darüber hinaus ist Borkum ja auch eine relativ große Insel, so dass weitere Nachforschungen nicht möglich waren.

Christine Kowalewski
Gast
Christine

Erst einmal ein frohes Neues Jahr.
Das Kinderheim hieß vermutlich Friesenhof, kann das sein? Der Betrieb wurde 1971 eingestellt. Ich schicke einen Link zur Archivseite. So wie ich es interpretiere hat es dort einen Todesfall gegeben. Die Akte befindet sich wohl noch im Archiv.
https://www.arcinsys.niedersachsen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v604941
Viele Grüße

Gabriele Steinhardt
Gast
Gabriele Steinhardt

Das Thema macht mich betroffen; noch vor zwei Wochen hatte ich darüber fast einen Streit mit meiner (alten) Mutter, die mir immer noch nicht glaubt, wie die Zustände damals waren… Zu mir; nach dem Abitur 1971 habe ich vor Aufnahme meines Studiums (Pädagogik) erstmal arbeiten wollen und bin Anfang 1972 als “Erziehungshelferin” im Marienhof in Wyk auf Föhr eingestellt worden. Das Heim wurde vom Diakonischen Werk Schleswig-Holstein betrieben. An dieser Stelle möchte ich noch nicht ausführlich erzählen, bin aber offen dafür, evtl. an einer Studie teilzunehmen bzw. als “Zeitzeugin” zu berichten. Hier nur soviel: damals habe ich mir geschworen, sollte… Weiterlesen »

Karl-Heinz
Gast
Karl-Heinz

Mir (geb. 1960) ging es genauso als verschicktes Kind. Ich hatte meiner Mutter damals von den haarsträubenden Zuständen berichtet, die ich in Furtwangen 1969 und St. Blasien 1970 erleben mußte. Ihr Kommentar : “Ihr sollt da wohl ein Paar gewesen sein; kann ja gar nicht sein, das war doch von der Barmer Ersatzkasse….” Ich habe ihr das bis an ihr Lebensende nie verziehen. Schade, dass sie diese Aufarbeitung nicht mehr erlebt ! Ich habe in späteren Jahren das “Haus Westfalia” in St. Blasien aufgesucht. Es war schon kein Kinderheim mehr, aber der alte Nachbar hat mir meine Erlebnisse bestätigt. Es… Weiterlesen »

Gerald
Gast
Gerald

Moin Gabriele, Ich war im November/Dezember 1964 als 6-jähriger im Marienhof in Wyk auf Föhr. Ich kann mich nicht mehr an viele Details erinnern. Allerdings bin Ich ümir sehr sicher, dass ich dorthin wollte, weil mein Freund im Kindergarten dorthin musste. Also fuhren wir im Sammeltransport von Flensburg über Dagebüll nach Föhr. Ansonsten kann ich mich an keine Situation erinnern, an der mein Freund dabei war. Vielleicht wurden wir in unterschiedlichen Gruppen eingeteilt? Das Essen war fast immer ekelhaft. Alle Kinder mussten am Tisch sitzen bleiben und wurden gezwungen, aufzuessen. Meistens gab es Milchsuppen. Eine Situation sehe ich immer noch… Weiterlesen »

Dati
Gast
Dati

Danke Gabriele für deinen Mut!
Unabhängig von deinen persönlichen Erfahrungen, ist es wichtig auch die Berichte der Täter(innen) zu sammeln. Es wird Zeit, dass hier jede(r) an diesen Verbrechen Beteiligte(r) zumindest moralische Verantwortung für sein / ihr Handeln übernimmt. Darüber hinaus entlastet es emotional die Opfer.

Zu den Reaktionen nach meiner Heimkehr kann ich sagen, dass meine Eltern ja unmittelbar gesehen haben, wie extrem ich mich verändert hatte. Ich war ängstlich und völlig verstört. Bestimmte Situationen führten bei mir noch Jahre später zu Panikattacken und dem winselnden Flehen: “Nicht wieder in´s Heim! Bitte nicht wieder…….”