DDR-Kurkinder Info

In der DDR ist der Begriff „Verschickungen“ nach 1945 für Kur- und Kassenverschickungen nicht mehr , wie in der BRD auch offiziell üblich, gebräuchlich gewesen.  Stattdessen nannte man die, die wegen Bronchitis, Asthma, Untergewicht o.ä. in Kinder„erholungs“stätten an die Ostsee oder in den Thüringer Wald oder in andere Länder zur Erholung verbracht wurden, einfach nur:  Kurkinder. 

DDR-Kurkinder aus den 60-80/90er Jahren haben sich bisher bei uns kaum gemeldet, das liegt vielleicht daran, dass diese Kommentare sich hier ursprünglich um einen einzigen Artikel über „Verschickungen“ zu einem Heim in Wyk auf Föhr herum angesammelt und im Laufe der Zeit sich auf weitere Westheimerfahrungen ausgeweitet haben.

DDR-Kommentare, die ähnlich unserer Erfahrungen sind: hier zum speziellen Heim Kröchlindorff. 

Gern können sich DDR-Kurkinder unter ZEUGNIS ABLEGEN bei uns einbringen, und können sich unter FRAGEBOGEN an unserer selbst bestimmten Forschung beteiligen. 

DDR-Kurkinder können sich in ihren Kur-Heimorten zu Heimortverantwortlichen eintragen lassen und gern für die östlichen Bundesländer oder da, wo sie heute wohnen, als Bundesländer-Ansprechpartner*innen aufstellen lassen oder auf Bundesländereben aktiv mitmachen. Einfach melden: info@verschickungsheime.de

Historisches:

Die DDR und die BRD waren während der Zeit zwischen 1950 und 1989 zwei verschiedene Staaten, mit unterschiedlichen gesellschaftlichen Bedingungen. Allerdings hatten sie gemeinsame Wurzeln.  (Wilhelminische Zeit, NS- Zeit)  

Für eine seriöse Ursachen – Forschung von in beiden deutschen Nachkriegsstaaten mglw. aufgetretenden Kindes-Misshandlungen in Verschickungs- und Kurheimen müssen gleichermaßen die gemeinsamen Wurzeln, die unterschiedlichen Staats- und Gesellschaftssysteme und sogar auch noch die Nachwendezeit beachtet und berücksichtigt werden. 

Ob Kindesmisshandlungen und institutionelle Gewalt in Verschickungsheim- und Kurheimen nur bedauerliche Einzelfälle oder ein Massenphänomen darstellten, ob das und wie das im Verhältnis: Ost/West, DDR-BRD, verteilt war und vorgekommen ist, all das ist bisher noch nicht systematisch erforscht worden.

Seit November 2019 ist unser FRAGEBOGEN aktiv. Wir würden uns freuen, wenn Ihr euch auch bei uns beteiligt, dann können wir bald Fakten liefern und nicht nur Vermutungen.

Wichtig:

Wir als Initiativmitglieder übernehmen keine Recherche für andere, die Recherche kann nur von den Erinnerungen der Verschickungskinder und Betroffenen selbst ausgehen. Recherchieren muss man in den Landesarchiven.

Wir versuchen momentan Forschungsgelder zu bekommen, mit denen dezentrale Recherche und zentrale Forschung unterstützt und miteinander verzahnt werden können. Davon profitieren dann alle Bundesländer, in denen sich Selbsthilfe- und Recherchegruppen zu den Heimen und Heimorten gebildet haben. Beteiligt Euch!

Wir suchen noch Landeskoordinatoren, schaut auf die Liste, da sind noch einige freie Bundesländer.

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Tina
Gast
Tina

Hallo. Ich bin nur zufällig auf den Bericht gestoßen und wahrscheinlich eine der Jüngsten “Opfer”. Leider habe ich auch noch keine Zweitmeinung zu meiner ” tollen” ,unvergesslichen Kureinrichtung gefunden. Seit Jahren verfolgt es mich. Und eigentlich bin ich auch auf der Suche nach meinen Zimmergenossen ( ein Junge und ein Mädchen), um herauszufinden, ob ich mich nicht täusche und es Tatsache alles so stattgefunden hat und ob sie genauso darüber denken und fühlen ,wie ich. Es war März/ April 1990 Wendezeit. DDR Regime noch in voller Blüte. Ein Schularzt hatte mich kurz vor Einschulung dahin geschickt- in meinen ganz persönlichen… Weiterlesen »

Jea
Gast
Jea

Ich muss mich nochmal zu Wort melden. All die verdrängten Erinnerungen schießen immer mehr wie Pfeile aus dem Boden. Ich erinnere mich gerade wie ich dort in Kröchlendorff ein Päckchen bekommen hatte. Meine Mutter hatte nach meiner verzweifelten Postkarte das Bedürfnis mir ein Paket zu schicken, damit es mir bald wieder besser geht. Ich bekam das Paket von einer Erzieherin nach der Mittagsruhe ausgehändigt. Ich weiß noch genau, dass ich mich damit in den Schlafsaal alleine zurückziehen wollte, um es in Ruhe zu öffnen. Ich erinnere mich wie sehr ich mich gefreut habe – ein Paket von meiner Familie. Aber… Weiterlesen »

Thomas Mühlenberg
Gast
Thomas Mühlenberg

alles was du schreibst ist sooooooo in mir, Es tut so weh, aber ich bin dir so dankbar! ich bin nicht bekloppt, nicht verrückt, Es gibt auch andere wie mich, ICH DANKE DIR SO !!!

Thomas Mühlenberg
Gast
Thomas Mühlenberg

Ich hatte in der 6 Wochen Kur Geburtstag bin glaube ich 4 oder sogar schon 5 geworden, Lesen war also nicht. Mein Geburtstagspäckchen war das einzige Lebenszeichen von zuhause und das es Mutti noch gibt und sie mich vielleicht doch noch ganz bischen lieb hat. Wurde alles verteilt. Nur einen ganz kleinen DDR-Plüschigel, ca 5 cm groß blieb in meiner Erinnerung.

Als ich nach 6 Wochen aus dem Bus stieg, hat meine Mutter mich kaum erkannt. Nur noch Haut und blass

Jea
Gast
Jea

Ich habe noch einen Nachtrag… Nachdem vieles jetzt in den Medien öffentlich wurde hat mich das erste Mal meine Mutter darauf angesprochen, ob ich evt. auch negative Erfahrungen gemacht hätte. Ich habe ihr keine Einzelheiten erzählt aufgrund ihres Alters und instabilem Gesundheitszustandes. Ich möchte kurz wiedergeben was sie in Erinnerung hatte von damals: „Wir sind davon ausgegangen, dass es dir sehr gut geht zur Kur. Jede Woche kam eine Karte von dir, wie toll es dort ist (das sind die Karten die wir unter Aufsicht schreiben mussten). Ein einziges Mal kam eine Karte wo du völlig verzweifelt geschrieben und gebettelt… Weiterlesen »

Tina
Gast
Tina

Ich bin auch ein DDR Verschickungskind von 1990. Hatte schon meinen Beitrag in Zeugnis ablegen geschrieben. Ich war damals im Kinderkurheim Ernstthal am Rennsteig. Für mich der absolute Alptraum. Bin immernoch auf der Suche nach dort Mitbetroffenen und vorallem nach meinen damaligen Zimmergenossen. Bin auch schon am recherchieren. Ich hatte mich mit dem sächsischen Staatsarchiv in Verbindung gesetzt. Diese haben keine Akten von wie bei meinem Beispiel Thüringischen Kurheimen. Sie meinten jedes Bundesland hat seine eigene Zentrale- ich soll mich an das Archiv in Meiningen wenden. Das werde ich nun tun.

Gerald Frühsorge
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Gerald Frühsorge

Mein Name ist Gerald Frühsorge. Bin 1959 auf die Welt geschickt worden. Meine Kindheit verbrachte ich in einem kleinen Dorf nahe Dessau. Dort, wo das Land so eben wie ein Bügelbrett ist. Und die Luft damals so dick war wie ein Nebel in Südengland. Luft-und Umweltverschmutzung in höchstem Maße. Im Industriedreieck der DDR. Bitterfeld war nicht weit. Im Jahr 1967, es waren meine ersten Sommerferien, schickte mich meine alleinerziehende Mutter in das Kinderkurheim Schloss Kröchlendorf. Es war mein erster Ausflug in die Ferne. Vier Wochen sollte ich hier sein. Heute würde man sagen, es ist ein Horrortrip daraus geworden. Das,… Weiterlesen »

Thomas Mühlenberg
Gast
Thomas Mühlenberg

es ist alles wahr und ich bin habe es auch erlebt

Jea
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Jea

Ich war 1979 dort im Alter von 9 Jahren. Ich leide heute noch unter den Folgen. Essenszwang, musste löffelweise Butter essen bis zum Erbrechen, habe täglich alle meine Hosentaschen mit Butter, Wurst, Brot vollgestopft und versucht es wieder loszuwerden. Bin ich erwischt worden, gab es harte Strafen. Große Schlafsäle, schwächere Kinder wurden gequält von den älteren, ich habe so viel geweint bis ich keine Tränen mehr hatte und war völlig verzweifelt, dass ich einen Brief an meine Mama geschrieben habe. Wurde kontrolliert und vernichtet, wieder harte Strafen, musste dann einen Brief nach Hause senden, der mir von einer Erzieherin diktiert… Weiterlesen »

Christel M. Ianuschewa-Strobelt
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Diese Seite ist sehr wichtig für die Aufarbeitung eines dunklen Kapitels in der Nachkriegszeit. Kinder in beiden Teilen Deutschlands wurden in sogenannten Kinderkurheimen tief und unnötig in ihren Kinderseelen verletzt, viele tragen dieses Trauma bis heute mit sich herum. Ich, 1952 in Dessau, Sachsen-Anhalt, geboren, verbrachte 1957 oder 1958 im Dezember schreckliche Wochen im Kinderkurheim Schloss Kröchlendorff, Uckermark. Essenszwag, Erbrochenes essen müssen, schmerzhafte Bürstenmassagen, Kneipp-Duschen mit kaltem Wasser, drakonische Strafen, all diese Erlebnisse haben sich mir bis heute ins Gedächtnis gebrannt. Meine Eltern konnten oder wollten mir nie sagen, wo ich hinverschickt wurde. Angeblich konnten sie sich nicht mehr daran… Weiterlesen »