Pressemitteilung vom 11.11.19

Pressemitteilung vom 11.11.19:

Wir bitten um Beachtung dieses Themas: www.verschickungsheime.de, und der vom 21. bis 24.11.19 stattfindenden Konferenz: „Das Elend der Verschickungskinder“ auf Sylt ( Saal der Kirchengemeinde Sylt, Kirchweg 37, 25980 Sylt-Westerland)

Nach grober erster Schätzung sind in den 50/60/70er und bis in die 80/90er Jahre hinein ca 8 Millionen Klein- und Schulkinder ab 2. Lebensjahr allein über 6-8 Wochen, oft verlängert auf viele Monate, ohne ihre Eltern „verschickt“ worden. Die Stätten waren Kinderkurheime und Kindererholungsstätten auf Nord- und ostfriesischen Inseln, in den Mittel- und Hochgebirgen. Die Kinder wurden in Sammeltransporten verschickt. Die Eltern hatten kein Besuchsrecht.

Die Kinder waren der Institution und ihren Bedingungen hilflos und allein ausgeliefert. Während die Eltern sich Erholung und Gesundung ihres Kindes vorstellten, wird der Alltag in diesen Verschickungsheimen von vielen Betroffenen traumatisch erinnert. Es werden Essenszwang und gewalttätige Einfütterung bis zum Erbrechen, harte Behandlung, Erniedrigungen, Strafen, Verbote, u.w. erinnert.

Ein erster Kongress mit pädagogischen und sozialwissenschaftlichen Fachleuten und zum Erinnerungsaustausch wird vom 21.- 24.11.19 auf Sylt, einem der Erholungsorte, wo solche Heime standen, durchgeführt werden. Es gibt bereits 80 Anmeldungen. Ein Fragebogen ist von uns selbst entwickelt worden, der den wissenschaftlichen Anforderungen gerecht wird. Hier als link zur Veröffentlichung freigegeben: https://nexus-survey.de/index.php?r=survey/index&sid=192261&lang=de

Wir bitten um Information zu unserem Thema und um Abdruck des Links zur Befragung von Betroffenen. Unter ZEUGNIS ABLEGEN auf unserer Webseite können Sie 250 Kommentare öffentlich einlesen und daraus zitieren. Dort kann jeder Betroffene seine Geschichte erzählen, ein Buch dazu ist in Planung. Nach dem o.g. Kongress wird ein Tagungsband erscheinen. 

Mit unseren Aktivitäten haben wir den Anfang zu „Aufarbeitung und Erforschung von Kinder-Verschickungen“ gelegt. Es handelt sich um eine von uns selbst bestimmte Forschung, deren erstes Ziel es ist, herauszufinden, ob es sich bei den traumatischen Erlebnissen um Einzelfälle oder ein Massenphänomen handelt.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Röhl, am 11.11.19

Für die „Initiative Verschickungskinder“

0176-24324947

www.verschickungsheime.de

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