Die Blaue Stille – Roman – Buchlesung in Hallbergmoos am 12.4.26

Am 12. April 2026 wird es um 17 Uhr in Hallbergmoos/Bayern (Emmauskirche Hallbergmoos, Bürgermeister-Funk-Str. 4, 85339 Hallbergmoos) eine Lesung mit anschließender Diskussion zum Thema Kinderverschickung geben. Aufgerufen dazu hat der Bundesvorsitzende der „Initiative Verschickungskinder e.V.“ Uwe Rüddenklau. Der Roman „Die blaue Stille“ thematisiert das Leid von Kindern, die in den 50/60/70er, bis in die 90er-Jahren in sogenannte „Kindererholungsheime“ verschickt wurden.

Das geschah bis in die 80er Jahre in Sonderzügen mit zT 800 Kindern, die zT ganze Nächte durch ganz Deutschland führen. Die Kinder reisten allein, ohne ihre Eltern und in völlig unbekannten Gruppen, ohne vertraute oder auch nur bekannte Begleitpersonen. Die Heime waren oft groß, enthielten meist keine Spielzimmer, es gab einen sehr rigiden Tagesablauf, das systematische Anfüttern von mehreren Kilogramm galt als Kurerfolg, die Kinder waren durchschnittlich zwischen 4 und 6 Jahre alt, manche erst 2 Jahre. Die Kinder wurden für ganz normale Kinderbedürfnisse, oft sogar unwillkürliches Verhalten, für „schwatzen“, für „lachen“ und am schlimmsten für das „Einnässen“ zT sehr schwer bestraft. Die Kinder wurden traditionell immer für 6 Wochen verschickt, oft auf Monate verlängert, erst ab den 80er Jahren gab es auch 4-Wochenverschickungen und Spielzimmer. Es gab ein rigides Besuchsverbot und eine offiziell von Ärzten empfohlene Briefzensur in fast allen dieser Heime. Briefe, in denen die Kinder den Eltern ihr Leid klagten, wurden den Kindern zurückgegeben, sie sollten etwas Fröhlicheres schreiben, manchmal wurden diese Briefe auch vor ihren Augen zerrissen.

Dorothea Burger setzt sich in ihrem Buch mit ihren verdrängten Erinnerungen auseinander, die sie wie schwere Schatten belasten.

Aus dem Inhalt:

Manchmal müssen wir uns der Vergangenheit stellen, um nach vorne
blicken zu können. Charlotte ist fünfundvierzig und steht mit beiden
Beinen im Leben. Sie glaubt weder an Wunder noch an die Liebe. Als ihr
langjähriger Freund Mark unerwartet vorschlägt, endlich zu heiraten und
zusammenzuziehen – in die Wohnung ihrer Kindheit -, zögert sie, ohne zu
verstehen, warum. Plötzlich blitzen Bilder in ihrem Kopf auf, die sie
stark beunruhigen. Es sind Bilder aus einer Zeit, als sie mit fünf
Jahren in ein Verschickungsheim gebracht wurde, an die sie sich nicht
mehr erinnert. Überzeugt, dass nichts davon wahr sein kann, stürzt sie
sich in die Hochzeitsvorbereitungen. Doch die Bilder haben sich in ihr
festgesetzt und formen sich zu Erinnerungen, die sie kaum mehr
verdrängen kann.

Anschließend wird es eine intensive Diskussionsrunde zum Thema das Leid in Verschickungsheimen geben, zu der jeder herzlich eingeladen ist. Der Eintritt ist kostenlos, Spenden sind willkommen. Wir treffen uns dazu um 17 Uhr in der Emmauskirche Hallbergmoos, Bürgermeister-Funk-Str. 4, 85339 Hallbergmoos. Rückfragen und anmelden: (nicht unbedingt nötig, einfach vorbeikommen) an : vereinsvorsitz-01@verschickungsheime.de, Uwe Rüddenklau, 1. Vorsitzender Initiative Verschickungskinder e.V., Tel: 0172 – 8148790

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