Verband privater Kinderheime
Der Verband privater Kinderheime spielte eine große Rolle in der Hauptzeit der Kinderverschickungen, 43 % aller Kindererholungsheime und Kinderheilstätten waren in privater Trägerschaft. „Der VPK wurde am 21. Mai 1953 gegründet. In Wyk auf der Insel Föhr entstand der „Verband privater Kinderheime“. Die Aktivität bezog sich zunächst auf Schleswig-Holstein, bis 1955 der Landesverband Baden-Württemberg entstand. Mit der anschließenden Ausweitung auf das gesamte Bundesgebiet, verbreiterte sich auch seine fachliche Kompetenz auf die gesamte Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe“. In diesem Verband waren zahllose Kinderverschickungsheiume aktive Mitglieder und gut vernetzt organisiert.
Es gibt diesen Verein noch, er hat sich nach Selbstaussage „umfassend reorganisiert“ und stellt als „VPK Bundesverband seit 1996“ erneut eine Vernetzung von Heimbetreibern auf Länderebene, in Bezug auf die föderaler Repräsentanz, sowie als Dachverband juristisch eigenständiger Landesverbände dar. Seit 2008 besteht der VPK weiterhin als Dachverband privater Träger. Mitglieder sind Landesverbände, Verbände und Organisationen, in denen private Träger der Kinder- und Jugendhilfe aktiv sind. Leitmotive seiner Arbeit heute: Flexibel, innovativ, authentisch.
Wir, als Initiative Verschickungskinder e.V. haben Ende 2025 an den Verband geschrieben, dass wir uns freuen würden, wenn es auf der Bundesseite des Verbandes einen kritischen Geschichtsrückblick gäbe, wo auch die leidvolle Geschichte der Kinder-Alleinverschickungen zwischen 1947 und 1990 thematisiert würde. Dies ist inzwischen geschehen, was uns sehr freut. Damals sind kleine Kinder ( ab 2. Lebensjahr, manchmal noch jünger, Vorschulalter..) z.T. über Monate allein, in weit vom Wohnort entfernten Kindererholungsheime verschickt worden. Dies ist vom damaligen Verband gefördert und beorben worden. Es geschah oft bei strengem Regime, mit nur wenig ausgebildeten Mitarbeiterinnen, die viel zu große Gruppen betreuen mussten, bei einem ausdrücklich propagierten Elternbesuchsverbot, unter strengster Briefzensur und drakonischen Strafen für unwillkürliche kindliche Bedürfnisse, wie: Weinen, nicht aufessen können, schwatzen, einnässen, wofür sogar eine 18-Punkteliste von „Strafen“ von einem führendem Verschickungsfunktionär (Leiter der Kinderheilstätte Bad Dürrheim) noch 1964 angeraten wurde. Propagiert wurde dort (S.72, im Folberth, Sepp, 1964): Bei Wasser und Brot von allen anderen isolieren, mit Schild um den Hals und dem Vergehen den Tag über herumlaufen lassen, am Abend in keinem Zimmer ein Bett für ihn vorrätig haben, die ganze Gruppe bestrafen… Dieser Skandal, für den es inzwischen zahlreiche Studien gibt und Nachweise durch Zeitzeugen, der wird nun im Geschichtsrückblick des Verbands berücksichtigt, wir danken dafür! Der Verband VPK ist damals in Wyk auf Föhr gegründet worden. Dort ist im kommenden Sommer 2026 ein Mahnmal für das Leiden der Verschickungskinder geplant. Wir würden uns freuen, wenn sich auch der VPK daran beteiligt. Schreibt dazu gern an die Geschäftsstelle des Bundesverbands
