Erneut im Familienministerium abgewiesen! Jetzt heißt es, aktiv werden!

Nun ist es sicher: Es gibt nach neuesten Verhandlungen aus dem Familienministerium, nach all dem, was wir seit 8 Jahren ehrenamtlich getan haben, und, obgleich wir unser Anliegen bereits in den Koalitionsvertrag bekommen hatten, tatsächlich keinerlei Zusage für die Verschickungskinder. Das letzte Treffen am 20.10.2026 mit Vertretern von uns und dem Familienministerium enthielt viele schöne Worte, aber erneut keine Zusage für direkte Hilfeleistungen. Sind wir also gescheitert?

Nein! Denn wir geben uns damit nicht zufrieden!

Erneut treffen sich Verschickungskinder aus dem ganzen Bundesgebiet zu einem großen Kongress vom 19. bis 22.11.2026, mit über 100 Menschen, im ehemaligen Kinderkurort Wyk auf Föhr in Schleswig-Holstein. Dort werden wir diskutieren, wie mit diesem „Verhandlungsergebnis“ umzugehen ist und konkrete Aktionen beraten. Uns liegen über 50.000 namentliche Unterschriften vor, die sich für eine Unterstützung durch das Bundesfamilienministerium in dieser Sache aussprechen, trotz dieser vielen Unterstützenden gab es nach 8 Jahren keine einzige konkrete Hilfe für die Verschickungskinder! Das ist ein Skandal!

Aufarbeitung hat es jetzt 8 Jahre lang gegeben, angestoßen haben es die Betroffenen selbst! Diese sind zwischen 60 und 80 Jahre alt! Offensichtlich wird auf unser Absterben spekuliert!

Studien sind vergeben worden, nicht an uns, weil wir ja angeblich zu befangen seien, Fachbücher sind erschienen, Bürgerforschung zahlloser Menschen, es wurde eine unvorstellbare Menge an Kinderverschickungsheimen entdeckt und darin ebensoviel Elend, Gewalt und Missbrauch öffentlich gemacht. Die Akten der Jugendämter, ihre Beschwerden über die Heimleitungen wurden gesichtet, Eltern- und Praktikanten-Beschwerdebriefe wurden öffentlich gemacht, alle kamen zum selben Ergebnis: Es ist damals in der BRD ein großer Skandal passiert und die Leidtragenden waren kleine Kinder, meist im Vorschulalter.

8 Jahre lang beraten, mails beantwortet, recherchiert, vernetzt

Seit jetzt 8 Jahren haben viele Menschen in mühevoller Kleinarbeit zahllose verzweifelte Betroffene beraten, haben mails beantwortet, haben Informationen aus Akten zusammengesucht, haben die ersten Wissenschaftler aufgeklärt, die Presse informiert, all das rund um die Uhr und unbezahlt. Niemand hat uns das finanziert, niemand! Dazu haben wir all die verzweifelten Betroffenen miteinander in Kontakt gebracht, eine Selbsthilfestruktur aufgebaut, Heimort- und Landesgruppen initiiert. Ein einziger Landesverein, der in NRW, hat die Kraft gefunden, mit unserer argumentativen Unterstützung, ein Landesprojekt zur Finanzierung ihres Engagements zu bekommen, das war gut, ja, aber es gibt mehr als ein Bundesland in Deutschland! Und in allen gab es Verschickungskinder und Verschickungsheime, und aus allen haben wir Schreckensberichte!

Wir haben auch Politiker darüber aufgeklärt und mit Ihnen Verhandlungen geführt, wir sind bis ins Familienministerium und in den Koalitionsvertrag gekommen, aber zuerst müsse man alles schön brav aufarbeiten und in den letzten drei Jahren wurden uns sogar mehrfach konkrete Umsetzungszusagen in Aussicht gestellt. All das ist jetzt obsolet.

Nun ist es soweit: Nicht mehr nur Aufarbeitung, sondern Anerkennung des Leids der Verschickungskinder tut Not! Lasst uns konkrete Maßnahmen diskutieren, wie wir weiter vorgehen. Und das müssen wir mit ganz ganz vielen von uns machen, sonst wird es nicht ernst genommen!

Geben wir auf ??? Nein !!!

Helft uns mit Briefen an Politiker, Träger, Verantwortliche, helft uns mit Ideen und Aktionen, die ihr in unsere Online-Treffen einbringt, so dass wir sie mit ganz vielen Leuten zusammen durchführen können! Helft uns mit Ideen für Aktionen, die wir auf Plätzen, vor dem Bundeskanzleramt oder vor Landesparlamenten durchführen können. Aktiviert euch, verlasst euch nicht darauf, dass wir etwas geschenkt bekommen! Macht mit bei konkreten Aktionen, die Anerkennung des Leids der Verschickungskinder fordern. Wir brauchen konkrete Taten der Hilfe für alle! Was wir seit Jahren fordern, ist nicht mal viel, aber selbst das wenige wurde uns jetzt letztmalig verweigert! 

Im Januar werden wir eine Liste mit über 50.000 Unterschriften im Familienministerium überbringen, sie alle sind der Meinung, dass den Verschickungskindern Gerechtigkeit gewährt werden muss! Machen wir daraus einen grossen Tag des Protestes!

Ähnliche Beiträge