Pressemitteilung der Initiative Verschickungskinder e.V. und des AEKV e.V.

PRESSEMITTEILUNG


„Das Elend der Verschickungskinder“

8. Bundes-Fach-Kongress vom 19. bis 22. November 2026 in Wyk auf Föhr

Berlin / Wyk auf Föhr, 5. Oktober 2026

Vom 19. bis 22. November 2026 lädt die Initiative Verschickungskinder e.V. gemeinsam mit dem AEKV e.V. zum achten Bundes-Fach-Kongress nach Wyk auf Föhr ein. Erwartet werden rund 80 bis 100 Betroffene aus ganz Deutschland sowie Forschende und Fachleute. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen ehemaliger Verschickungskinder, der aktuelle Stand der Forschung und die Frage, wie Aufarbeitung, Anerkennung und Erinnerung weitergeführt werden können.

Kinderverschickung: Erfahrungen, die bis heute nachwirken

Als „Verschickungskinder“ bezeichnen sich Menschen, die vor allem in den 1950er- bis 1980er-Jahren häufig schon im frühen Kindesalter ohne ihre Eltern für mehrere Wochen in Kindererholungsheime oder Kinderheilstätten geschickt wurden. Viele berichten von Erfahrungen, die sie bis heute belasten. Forschungen und Aktenfunde dokumentieren unter anderem rigide Disziplinierung, Zwang beim Essen, Toilettenverbote, Strafen und entwürdigende Behandlung.

Seit 2019 haben Betroffene ihre Erfahrungen verstärkt öffentlich gemacht. Zugleich wurden wissenschaftliche Forschung, Archivrecherchen und Untersuchungen ehemaliger Träger intensiviert. Für die Zeit zwischen 1950 und 1980 wird von insgesamt etwa 8 bis 12 Millionen unbegleiteten Kinderverschickungen ausgegangen. Die Initiative verfügt inzwischen über nahezu 15.000 Berichte aus wissenschaftlich begleiteten Befragungen.

Warum Wyk auf Föhr?

Föhr war über Jahrzehnte ein bedeutender Ort der Kinderverschickung. In den 1960er-Jahren wurde die Insel zeitweise als „Kinderinsel“ bezeichnet; zahlreiche Kindererholungsheime und Kinderheilstätten befanden sich dort. Nach bisherigen Recherchen wurden im Laufe von drei Jahrzehnten weit über 200.000 Kinder nach Föhr verschickt. Viele Aktenfunde, Zeitzeugenberichte und wissenschaftliche Arbeiten beziehen sich auf die Insel.

Gerade deshalb ist Wyk heute auch ein wichtiger Ort der Erinnerung. Eine Erinnerungs- und Gedenkstätte für Verschickungskinder wird im Rahmen des Kongresses offiziell eröffnet. Der Gedenkstein wurde vom bekannten Föhrer Bildhauer Markus Thiessen gestaltet und von der Region sowie mehreren ehemaligen Kinderkur-Trägern unterstützt. Der Kongress knüpft an diese lokale Aufarbeitung an und bringt sie mit der bundesweiten Perspektive zusammen.

Was auf dem Kongress im Mittelpunkt steht

• Fachvorträge und Diskussionen zum aktuellen Forschungsstand

• Austausch und Vernetzung von Betroffenen aus ganz Deutschland

• regionale und institutionelle Aufarbeitung

• Fragen nach Anerkennung, Unterstützung und Erinnerungskultur

• Ausstellung mit begleitendem Ausstellungskatalog

Hinweise für Pressevertreterinnen und Pressevertreter

• Kostenfreie Teilnahme am Kongress für Pressevertretungen• Foto- und Filmaufnahmen vor Ort sind möglich; die Persönlichkeitsrechte der Teilnehmenden sind zu beachten.• Interviews mit Betroffenen sowie Referentinnen und Referenten können vor Ort vermittelt werden – jeweils mit deren Zustimmung.• Auch im Vorfeld des Kongresses können Interviews vermittelt werden.• Pressekontakt und Koordination: Anja Röhl, AEKV e.V.

Eckdaten

Veranstaltung8. Bundes-Fach-Kongress „Das Elend der Verschickungskinder“
Termin19. bis 22. November 2026
OrtKurgartensaal, Wyk auf Föhr, Schleswig-Holstein
VeranstalterInitiative Verschickungskinder e.V. und AEKV e.V. – Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung
Teilnehmenderund 80 bis 100 Betroffene aus ganz Deutschland sowie Forschende und Fachleute

Pressekontakt

Anja Röhl
1. Vorsitzende des AEKV e.V. (Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e.V.)
in der Initiative Verschickungskinder e.V.
c/o nexus Institut, Willdenowstraße 38, 12203 Berlin
Telefon: 0176 24324947 · www.verschickungsheime.de

Weitere Informationen: Programm, Kongressinformationen, Hintergrundmaterialien und Plakat unter www.verschickungsheime.de

Initiative Verschickungskinder e.V. · AEKV e.V. · Pressemitteilung 05.10.2026

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