Geschichtlicher Rückblick im Verband der Ersatzkassen / Vdek – wo die folgenden Kassen Mitglied sind: HEK, TK, Barmer Ersatzkasse, DAK, KKH und HKK

Der geschichtliche Rückblick auf der Webseite des Verbandes aller Ersatzkassen erwähnt die Zeit der Verschickungskinder leider gar nicht in ihrer ausführlichen Broschüre: 100 Jahre Vdek. Da diese aus dem Jahr 2016 stammt, wo das Thema Wir würden uns freuen, wenn dies bei einer Neuauflage korrigiert würde.

Die Kinderverschickungen waren über 30 Jahre ein bedeutender Aufgabenbereich des Verbandes und seiner Krankenkassen: HEK, TK, Barmer Ersatzkasse, DAK, KKH und HKK, viele der Ersatzkassen haben nicht nur die Verschickungen großzügig unterstützt und beworben, sondern haben auch selbst Verschickungsheime betrieben, wie z.B. in Wyk auf Föhr, wo das Kindererholungsheim „Schloss am Meer“ z.B. einen großen Schriftzug „Ein Heim der Barmer Ersatzkasse“ auf seinem Hausgiebel aufgebracht hatte.

Wichtig ist, dass sich die Krankenkassen dem Anliegen und Gedenken an die Angst und die Schmerzen der Verschickungskinder von damals auch heute widmen. Dies könnte durch durch öffentliche Beachtung und historische Würdigung ihrer Leiden geschehen, und geschieht in Einzelfällen schon, wie z.B. durch Beteiligung an der Bundesstudie der HU, oder Beteiligung an Mahnmalen an bedeutenden Verschickungsorten, aber auch der Spitzenverband Vdek sollte dieses Geschehen in seinem Geschichtsrückblick nicht vergessen. Immer noch geschieht es, dass Betroffene von Ärzten und Therapeuten gesagt bekommen, dass sie die an ihnen ausgeübten Gewalttaten nicht glauben oder sich nicht vorstellen können. Wenn diese in offiziellen Geschichtsrückblicken mit keinem Wort erwähnt werden, können sie zu gar keinem anderen Schluss kommen. Das wünschen wir uns anders, wir würden uns freuen, wenn der Vdek sich an einer historischen Aufarbeitung insofern beteiligt, dass dazu auch auf den Internetseiten ihres Verbandes bedauernd hingewiesen wird.

Schreibt an den Vdek, dass sie sich an unserer wichtigen Aufarbeitung durch Anerkennung beteiligen. Denn was ist eine Aufarbeitung wert, die keinen Niederschlag in der Öffentlichkeit erfährt. Wie kann sich da die Tatsache, dass diese Kindererholungskuren für die Kinder sehr oft nicht schön, sondern traumatisch waren, in der Öffentlichkeit durchsetzen, wenn die Schicksale von Tausenden von Menschen, die heute 60/70 Jahre alt sind und z.T. ihr ganzes Leben unter diesen Verschickungserlebnissen gelitten haben, weiterhin verschwiegen werden? Schreibt an den Vdek, dass der Geschichtsrückblick in Bezug auf die Leidensgeschichte der Verschickungskinder korrigiert werden müsste. Ebensolche Geschichtsrückblicke, in denen unsere Vorkommnisse bedauernd ewähnt werden, dürfen auch auf keiner der Seiten der im Vdek organisierten Ersatzkassen fehlen, denn grade sie haben sich in den 50er-80/90er Jahren ganz besonders im Bereich der Kinderverschickungen engagiert. Auch sie haben Beschwerdebriefe von Eltern ignoriert und auch sie haben mitgeholfen, dass nichts über die in den Heimen herrschenden Gewaltbedingungen öffentlich werden konnten!

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