Kategorie: Baden-Württemberg

  • Schlimme Erfahrungen im Kurt-Pohle-Heim auf Sylt, in Trägerschaft der AWO

    Schlimme Erfahrungen im Kurt-Pohle-Heim auf Sylt, in Trägerschaft der AWO

    In der Bietingheimer Zeitung findet sich dieser Tage ein eindrucksvolles Porträt einer Betroffenen, Dagmar Schlatterer aus Löschgau, die als 8-jährige im Jahr 1968, schlimme Erfahrungen in einen Kindererholungsheim, dem Kurt-Pohle-Heim, auf Sylt, machen musste. Dorthin war sie von Löschgau aus, seinerzeit verschickt worden. Sie hatte sich an die Bietingheimer Zeitung gewandt, als sie dort einen ähnlichen Bericht eines Betroffenen aus dem Jahre 1948 fand. Bei ihr waren es keine Nonnen, dafür aber „Erzieherinnen, die schwarze Pädagogik betrieben. Ich will nicht wissen, wie viele Kinder dort zerbrochen wurden“, so erzählt es Dagmar Schlatterer im Interview. Sie beschreibt detailgetreu und glaubhaft mehrere konkrete quälende Gewaltsituationen, z.B. wie ein Geschwisterpaar gewaltsam getrennt und schließlich die 5-jährige dafür mit Isolation in einem dunklen Pförtnerhaus bestraft wird. Nur weil sie zur 8-jährigen Schwester nachts trostsuchend in den Schlafsaal schlich. Nicht nur das, die Gruppe musste tagsüber an der Eingesperrten vorbeimarschieren und sie auslachen. Das Kind hätte dort „wie am Spieß“ geschrien und ihr furchtbar leid getan. Danach dann hätte sie eingenässt, was weitere Strafen nach sich zog. Man schafft es kaum, den Bericht in diesem Artikel zuende zu lesen, so grausam waren 1968 die Bestrafungsmethoden in diesem Heim für Kindererholung. Zu einer Zeit, wo an den Universitäten und erzieherfachschulen längst liberale, bedürfnisorientierte Erziehunbgsmethoden gelehrt wurden. Welche Folgen diese menschenunwürdige Behandlung der Fünfjährigen durch das Heimpersonal für das Leben dieses Menschen hatte, wagt sich die Berichtende nicht auszumalen. Danke an Dagmar Schlatterer und Heidi Falk für diesen eindrucksvollen Bericht!

    Hier geht es zur interaktiven Heimkarte von Sylt

    Hier finden sich weitere Berichte aus dem Kurt Pohle Heim auf Sylt.

    in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt

    Hier finden sich weitere Zeugnisse aus dem Kurt-Pohle-Heim auf Sylt aus unserem Gästebuch.

    Ein weiterer schlimmer Bericht zum Kurt-Pohle-Heim findet sich auf der Webseite des Landesvereins NRW (AKV-NRW e.V.)

  • Im Kreis Ludwigsburg sind Akten zum Thema Kinderverschickungen zufällig erhalten, nun werden sie dauerhaft archiviert

    Im Kreis Ludwigsburg sind Akten zum Thema Kinderverschickungen zufällig erhalten, nun werden sie dauerhaft archiviert

    Von Heidi Falk in der Bietigheimer Zeitung, 10.04.2026 – 06:11 Uhr

    Foto: Kreisarchiv Ludwigsburg. Zu sehen ist eines der Kinderkurheime auf Sylt, in das zum Teil auch Kinder aus dem Landkreis Ludwigsburg geschickt worden sind. Das Foto ist vor 1983 entstanden.  

    Dagmar Schlatterer, seinerzeit verschickt nach Sylt, wollte mehr über ihre Zeit als Verschickungskind im Jahr 1968 wissen, sie wollte erfahren, wie es zu der Verschickung kam, und ob es noch Unterlagen zu alldem gibt. Sie kam mit dem Kreisarchivar Wolfram Berner im Landratsamt Ludwigsburg in Kontakt, der ihr nun helfen will, weitere Informationen zum Themenkomplex zusammenzutragen. Sie selbst hat sehr schlimme Erfahrungen im Kurt-Pohle-Heim in Westerland auf Sylt gemacht. Ihr Bericht, geschrieben von derselben Redakteurin, ist hier zu finden. Im Kreisarchiv Ludwigsburg hat sich ein ‚Rumpfbestand’ einer ‚Zufallsüberlieferung’ an Abrechnungsakten gefunden, der dort nun erfreulicherweise dauerhaft aufbewahrt werden soll. Hierin befinden sich sogar Untersuchungsbögen in Kopie. Der gesamte Artikel dazu hier.

    Wichtig ist diese Information vor allem für alle Betroffenen, die einstmals aus Ludwigsburg verschickt wurden.

  • Kongress 2026

    Kongress 2026

    Der diesjährige Bundeskongress der Verschickungskinder ist der 8. Kongress seit 2019, er findet im KURGARTENSAAL der Stadt Wyk, vom 19. bis 22.11. 2026 auf Föhr statt, einer Nordseeinsel in Schleswig-Holstein. Damit gibt es zum achten Mal einen Austausch zwischen Betroffenen von Kinderverschickungen untereinander sowie mit Wissenschaftlern ihrer Wahl.

    Die Insel Wyk auf Föhr wurde in den 60er Jahren „Kinderinsel“ genannt, weil es dort sehr viele Kindererholungsheime und Kinderheilstätten gab. Die Verschickungen haben in den 1960er Jahren den Hauptanteil des Bruttosozialprodukts der Insel ausgemacht. Im laufe von 3 jahrzehnten Sie ist auch eine der Inseln, zu der es schon sehr viel wissenschaftliche Aufarbeitung, viele Aktenfunde und eine größere Studie gibt. All das hat uns veranlasst, diesen Ort auf dem vorigen Kongress für den nächsten Kongressort auszuwählen.

    Anmelden bei Birgit Schopper (Vorstandsmitglied Initiative Verschickungskinder e.V.): kongress@verschickungsheime.de

    Hier findet ihr eine interaktive Übersichtskarte von Heimen auf Wyk/Föhr

    Für das noch vorläufige Programm können gern noch inhaltliche BEITRÄGE eingereicht werden! (über: info@verschickungsheime.de)

    Der achte Bundes-Kongress der Verschickungskinder – KONGRESS 2026 wird am dritten November-Wochenende in Wyk auf Föhr, Schleswig-Holstein, stattfinden:

    ZEIT: 19.11. bis 22.11.25

    ORT: KURGARTENSAAL, befindet sich zentral gelegen, direkt an der Kurpromende

    ADRESSE: am Sandwall 38, 25938 Wyk auf Föhr

    Die Stadt stellt uns den KURGARTENSSAL an der Hauptpromenade, unentgeldlich zur Verfügung. Unser Dank geht an den Bürgermeister von Wyk, Herrn Hess, und an den Amtsdirektor der Gemeinde Amrum/Föhr, Herrn Stemmer. Die Gemeinde und der Ort Wyk auf Föhr beteiligen sich damit an der Aufarbeitung der Leiden von Betroffenen in der Kinderverschickung und setzen ein Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität. Weitere Unterstützende des Kongresse gibt es unter den Trägerorganisationen, die in Wyk auf Föhr Kindererholungsheime betrieben haben, eine Liste der Unterstützer folgt in Kürze.

    Der Kongress ist für alle Interessierten offen. Kongressbeitragsminimum: 30.- Euro pro. Bitte unter BETREFF: Kongressbeitrag auf das Konto: IBAN: DE70 4306 09671042049800  

    Ausrichter des Kongresses ist der gemeinnützige Verein Aufarbeitung und Erforschung Kinderverschickung e.V., der sich ausschließlich über SPENDEN finanziert. Der AEKV e.V. ist der wissenschaftliche Begleitverein der Initiative (Mitglied im Bundesverein: Initiative Verschickungskinder e.V.)

    Die Teilnehmenden unseres KONGRESSES suchen sich privat eine eigene Unterkunft, so können alle ganz individuell aussuchen, wo sie wie am liebsten unterkommen wollen.

    Geschichte unserer Kongresse

    Seit 2019 findet jährlich ein BUNDESKONGRESS der Verschickungskinder statt. Für diese Kongresse wählen wir immer einen bekannten KINDERKURORT aus und bitten die örtliche Gemeinde um Unterstützung der Aufarbeitung durch Bereitstellung von Räumlichkeiten. Wir wandern momentan mit den Kongressorten quer durch das ehemalige Westdeutschland. Wir waren bisher auf Sylt, auf Borkum, in Bad Sassendorf, in Bad Salzdetfurth, in Bad Kreuznach und in Bad Wildungen. Während der Coronazeit fand einmalig auch ein Bundeskongress online statt. Die Ausrichtung des Kongresses wird vom AEKV e.V. mit Unterstützung durch eine ehrenamtliche offene Kongressvorbereitungsgruppe organisiert. An ihr können gern Interessierte aktiv mitarbeiten, Interesse daran bekunden bei Renate Brueser (Vorstandsmitglied Intiative Verschickungskinder e.V.): buko@verschickungsheime.de.

    Der Bundeskongress zur Aufarbeitung Kinderverschickung dient der Fachinformation und dem einmal jährlichem echten Treffen von Verschickungskindern ganz Deutschlands, sowie der bundesweiten Vernetzung der Bewegung der Verschickungskinder. Alle KONGRESSE wurden intensiv begleitet und dokumentiert, die Vorträge bilden jeweils den neuesten Forschungsstand ab, sie können unter diesem Menüpunkt eingesehen werden.

    INFO: Allein in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland gab es zwischen 1950 und 1990, laut HU-Studienleiter Prof. Dr. Alexander Nützenadel ca. 2000 Verschickungsheime, viele davon waren große Heime, mit mehr als 100 Betten, die sieben bis achtmal im Jahr neu belegt wurden. Die Kinder waren durchschnittlich 4-6 Jahre alt, wurden über 6 Wochen allein verschickt, oft verlängert, ohne Elternkontakt, viele erinnern demütigenden, kinderfeindlichen Umgang. Den Zusammenhängen des Kinderverschickungsystems weiter hinterherzuspüren ist ein wesentliches Bedürfnis vieler unserer Betroffenen von Kinderverschickung, sowie erklärtes Ziel der „Initiative Verschickungskinder e.V.“ mit allen seinen Gruppen und Vereinen.

  • Finde dein Heim – Bad Dürrheim

    Finde dein Heim – Bad Dürrheim

    Hier findet Ihr nun endlich auch die umfangreiche Interaktive Karte aus Bad Dürrheim, sie ist in mühevoller Kleinarbeit als Projekt ehrenamtlicher Bürgerforschung von Wilfried Deuble aus der Heimortgruppe Bad Dürrheim erstellt worden, Danke für diese sehr gute Arbeit! Ergänzungen und Kontakt:

    Die Bad Dürrheimer Heimortgruppe wird koordiniert von Angela Koch, erreichbar über: Bad-Duerrheim@verschickungsheime.de, geplant ist eine Gedenkstätte/ein Mahnmal in Bad Dürrheim, wer sich hier aktivieren will, oder auch nur austauschen, melde sich gern bei Angela und den anderen aus der Bad Dürrheimer Heimortgruppe.

    Die Landeskoordinierende von Baden-Württemberg ist die schon viele jahre in Bawü aktive Trudel Haas, auch zu ihr kann gern Kontakt aufgenommen werden: Baden-Wuerttemberg@verschickungsheime.de

  • Verschickungskinder – Einführung ins Problemfeld

    Verschickungskinder – Einführung ins Problemfeld

    Verschickungskinder sind Kinder, die in ihrer Kindheit allein in weit entfernte Kindererholungsheime oder Kinderheilstätten auf Empfehlung eines Arztes zur gesundheitlichen Erholung „verschickt“ wurden. Das bedeutet, dass die Eltern diese Kinder an einem Bahnhof abliefern mussten, wo sie von fremden „Tanten“ begleitet, in Sonderzügen in entfernte Kurorte verbracht wurden. Die Reisen fanden einzeln, nie in vertrauten Gruppen statt, die Betreuerinnen, waren von 1947 bis 70er Jahren oft nur ungelernte Schwestern, Nonnen, Kinderpflegerinnen, selten Kindergärtnerinnen, die oft sehr große Kindergruppen, ohne jede Spiel- und Betätigungsmaterialien, in großen Betten- und Ess-Sälen ohne Spielräume und -materialien betreuen mussten. Da sie das oft überforderte, und die Arbeit unter noch vielen anderen schlechten Bedingungen stattfand, war die Behandlung der Kinder oft von reiner Zweckbestimmung, von lauten, knappen Anweisungen, von Kälte und Härte geprägt und ging mit einer Reihe von weiteren, Gewalt erzeugenden Bedingungen einher, die offiziell ausdrücklich empfohlen wurden.

    Das „Elend der Verschickungskinder“ war seit 50 Jahren kein Thema für Psychologie, Soziologie, Medizin oder Sozialwissenschaften, es war schlicht nicht bekannt. Seit sich aber 2019 die ersten 85 Verschickungskinder mit ihren schmerzvollen Geschichten an die Öffentlichkeit gewandt haben, ist ein Dammbruch erfolgt, weit über 15.000 Menschen, die als Verschickungskinder im Vorschulalter, Kleinkindalter und Schulalter Kälte, Demütigungen und rigide Strafen in weit von den Wohnorten entfernten Kinderkureinrichtungen erlitten haben, haben das ihnen auferlegte Schweigen aus ihrer Kindheit gebrochen, haben an einer Fragebogenaktion teilgenommen, konnten ihre Erinnerungen verifizieren und haben erstmalig erlebt, dass sie nicht allein mit diesen Erlebnissen waren.

    Wissenschaftler, die im Auftrag ehemaliger Träger Prüfungen unternehmen sollten und vielleicht gern in Akten nachweisen wollten, das den Träger nur wenig Schuld trifft, kamen zu Ergebnissen, die sie selbst erschreckten, die Aussagen der Verschickungskinder mussten bestätigt werden, in historischen Büchern empfahlen damalige Protagonisten, hochgeachtete Klinikleiter und wissenschaftliche Balneologen all das, was die Verschickungskinder gequält hat: Briefzensur, Elternbesuchsverbot, Verlängerungen besonders bei kleinen Kindern, monatelange Trennung von den Eltern bei Kindern unter 2 Jahren. Sie empfahlen Tabletten gegen das Bettnässen, was sie selbst hervorriefen, denn es gab strikte Toilettengehverbote, sie forderten das „Auffüttern“ der Kinder, da das das Kurerfolgskriterium war, was zum schmerzhaften Zwangseinfüttern von Nahrung führte, sie rieten zu zuchthausähnlichen Strafen und machten Dosierungsversuche mit Medikamenten wie Husten- und Brechmitteln, die die Pharmakonzerne großzügig vergüteten.

    Nachweislich wurde an Verschickungskindern sogar Contagan getestet, bevor es auf den Markt kam, wie die Pharmazeutin Dr. Sylvia Wagner jüngst herausfand. Es gab innerhalb von 30 Jahren ca. 12 Millionen Verschickungen. Bäderärzte „untersuchten“ 200 Verschickungskinder an einem halben Nachmittag und verdienten so jährlich nebenbei bis zu 250.000 DM, und die Kinderkurorte füllten sich die Kassen mit der Kurtaxe von bis zu 400.000 Verschickungskindern pro Ort. Das erklärte Ziel der Heimbetreiber und ärztlichen Protagonisten war es 1964, jedes Jahr jedem Kind in Deutschland einen Verschickungsaufenthalt zu „ermöglichen“.

    Die Verschickungskinder wurden durch die Gesundheitsämter in den Schuleingangsuntersuchungen „rekrutiert“, durch Verträge mit den Heimen waren die „Entsendestellen“ in den Wohnorten der Kinder an die Kinderkurheime gebunden und mussten diese wie Ware „liefern“, auch wenn, wie in einem Falle auf Borkum, die Nordsee bei 20 Grad minus zugefroren war. Und bisher 20 Kinder starben durch „Unfälle“ wie es in den Akten heißt. Verschickungskinder stürzten aus vollgestopften Zügen, sie ertranken, weil eine Aufsicht mit 43 Kindern baden ging, Kleinere starben an Auszehrung, weil sie aus Kummer essen und trinken verweigerten, oder an Nebenwirkungen von Medikamentenversuchen. Ein Kind wurde zu Tode geprügelt, ein Kind wurde mit der Drohung, es im Ofen zu verbrennen vor einen Koksofen geschleift, es gab Stehstrafen in kalten Fluren, Trinkentzug, Prügel, Strafspritzen, das alles ist auf unserem Zeitzeugenportal: Verschickungskinder erinnern sich öffentlich.

    Die Forschung ist noch in den ersten drei Millimetern des Problemfeldes: Hunderte von erschütternden öffentlichen Berichten von Zeitzeugen finden sich auf: www.verschickungsheime.de und www.anjaroehl.de, lesen Sie, bilden Sie sich ein eigenes Urteil über das Problemfeld der Verschickungen und das „Elend der Verschickungskinder“, helfen Sie uns, das Thema weiterhin in der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Denn noch lange sind nicht alle Verschickungskinder, denen Leid angetan wurde, erreicht und haben verstanden, dass sie nicht schuld und nicht allein damit waren! Besuchen Sie unseren jährlichen Fachkongress, wo umfassend und aktuell zu diesem Thema berichtet wird, machen sie dieses Thema überall bekannt! Danke!

  • Jahresplanung Zoomtreffen – Angebote auf Bundesebene

    Jahresplanung Zoomtreffen – Angebote auf Bundesebene

    Hiermit bieten wir folgende monatliche Zoomveranstaltungen von der Bundesebene aus an, sie werden ehrenamtlich durchgeführt und angeboten, anmelden unter: buko@verschickungsheime.de, bei Renate Brueser, sie vergibt den Link. Diese Liste wird im Laufe der Zeit noch durch weitere TERMINE ergänzt werden.

    Mittwoch, den 28. Januar, 19 Uhr: Anja Röhl: VORTRAG: Welche Bedeutung hat die NS-Zeit mit den Kinderverschickungen in den 60er Jahren?

    Mittwoch, den 25. Februar, 19 Uhr: AKTIVENSCHALTE: ICH SUCHE MEIN HEIM – Kennenlernen und Tipps zur Recherche + und Austausch aller Aktiven. Gern für alle neuen Interessenten

    Mittwoch, den 29. April, 19 Uhr: Jo Willem Art stellt sein Kunst-Projekt: Porträts von Verschickungskindern“ vor

    Mittwoch, den 27. Mai, 19 Uhr: Erstes Treffen: Vorbereitung des Bundeskongresses in Wyk auf Föhr

    Mittwoch, den 24. Juni, 19 Uhr: LK-Treffen – Treffen aller Landeskoordinatoren zum gegenseitigen Austausch

    Mittwoch, den 22.7., 19 Uhr: Vorstellung des Traumaprojekts für alle Interessierten (mit Prof. Dr. Ilona Yim)

    AUGUST – Sommerpause

    Mittwoch, den 23. September, 19 Uhr: LK-Treffen – Treffen aller Landeskoordinatoren zum gegenseitigen Austausch

    Mittwoch, den 28.10., 19 Uhr: Letzte Vorbereitung Bundeskongress in Wyk auf Föhr

    Mittwoch, den 25.11., 19 Uhr: Auswertung Bundeskongress in Wyk auf Föhr

    Dezember Weihnachts-PAUSE

  • Alltag der Verschickungskinder – Studie des Diakonischen Werks Württemberg, von Gudrun Silberzahn-Jandt

    Alltag der Verschickungskinder – Studie des Diakonischen Werks Württemberg, von Gudrun Silberzahn-Jandt

    Gudrun Silberzahn-Jandt erforschte im Auftrag des diakonischen Werks Württemberg, was Kinder und Jugendliche aber auch Mitarbeiterinnen in drei ausgewählten Heimen, in die das diakonische Werk Württemberg über lange Zeit Kinder in Erholungsaufenthalte geschickt hat. Es sind die Heime: Haus Hubertus in Scheidegg, Haus Carola in Schönau bei Berchtesgaden und Bühlhof in Königsfeld. Anhand umfassender Quellen und mittels Interviews gibt sie Einblick in den Alltag der Erholungseinrichtungen, der durch physische und psychische Gewalt geprägt war, was exemplarisch an drei Heimen mit guter Quellenlage, aus Aktenfunden, wie auch durch 30 Betroffeneninterviews, als auch durch Zeugnisse damals erwachsener Zeitzeugenschaft von kritischen Praktikantinnen belegt wird. Angst, leidvolle Momente, nur manchmal auch schöne Momente bestimmten die Aufenthalte. Eine sehr akribische Tiefenbohrung mit engstem Einbezug von Verschickungskindern. Das Buch ist im Mabuse-Verlag erschienen. Danke an Gudrun Silberzahn-Jandt für ihre Arbeit und danke an das Diakonische Werk Württemberg für Ihre Aufarbeitungsbereitschaft. Ein erster Schritt für die Anerkennung des Leids der Verschickungskinder ist der, dass die Träger deren schmerzhaften Erinerungen ernst nehmen. Erstmalig wird in dieser Studie auch die Verantwortung der Ärzte, Behörden und Institutionen ausserhalb der Heime in den Blick genommen, die Beschwerden bagatellisierten, grob zurückwiesen, Misstände vertuschten und eine wichtige gesellschaftliche Autorität und Macht darstellten.

  • Verschickungskinder haben Angst vor Pflege im Alter

    Verschickungskinder haben Angst vor Pflege im Alter

    Viele Menschen, die ein Trauma erfahren haben, haben Angst, in ein Pflege- oder Altersheim zu ziehen. Besonders schwierig ist es etwa für Heim- und Verschickungskinder und andere Menschen mit Gewalterfahrung. Welche Lösungen gibt es für diese Fälle? Fast sechs Millionen Menschen in Deutschland sind pflegebedürftig; etwa 800.000 von ihnen leben in Pflegeheimen. Dort mangelt es häufig an Personal: Vier von fünf Pflegeeinrichtungen konnten im Jahr 2023 nicht mehr alle Leistungen erbringen. Die Zahl der Pflegebedürftigen steigt jährlich um mehrere Hunderttausende. Der zunehmende Druck, unter dem das Personal steht, fördert auch Gewalt in den Einrichtungen. Eine Befragung der Stiftung „Zentrum für Qualität in der Pflege“ hat ergeben, dass Menschen in Heimen immer wieder Opfer von körperlichen Übergriffen, Freiheitsbeschränkungen, Vernachlässigung oder psychischer Gewalt werden.

    Ein FEATURE zum Nachhören.

    Die Angst ist offenbar also berechtigt. Nur werden dies die Millionen, die als Kind in Kureinrichtungen Angst, Leid, Schmerzen und Gewalt erlitten haben, doppelt und dreifach erleben, was also ist zu tun? Mehr Beachtung, mehr Unterstützung, mehr Geld der Allgemeinheit muss in die Humanisierung von Pflege fließen, genau wie in humane Kinderunterbringen, keine Masseneinrichtungen! Keine Profitorientierung bei der Pflege. Verbot von privaten Geldanlagenprojekten mit maximaler Gewinnerzielung auf Kosten alter, kranker und todgeweihter Menschen! (Kommentar: Anja Röhl)

    Foto: privat

  • Schreibt Briefe an Politiker und sendet uns die Antworten, danke!

    Schreibt Briefe an Politiker und sendet uns die Antworten, danke!

    Dringend: Helft uns mit Briefen an Politiker

    Von allen Plakaten schauen euch jetzt eure zuständigen Bundestagskandidaten und -kandidatinnen an. Bitte macht euch die Mühe und schreibt sie an; das dauert nur ein paar Minuten und ist sehr wichtig, damit unsere Forderungen in der nächsten Legislaturperiode endlich berücksichtigt werden. Hier findet ihr einen Muster-Maitext.

    Erste ANTWORTEN angeschriebener Politiker:

    MATHIAS PAPENDIECK, MDB schreibt:

    Sehr geehrte Frau Röhl,

    herzlichen Dank, dass Sie sich mit diesem Anliegen an mich als Ihren direkt gewählten Abgeordneten im Bundestag wenden. Ich schätze es sehr, dass Sie Ihre Betroffenheit bei dieser Thematik so offen thematisieren und mir entsprechendes Vertrauen entgegenbringen. 

    Die Bundesregierung hat im Dezember 2023 das Leid und die psychischen Folgen bei ehemaligen Verschickungskinder ausdrücklich anerkannt. Es ist Ihrem Engagement und der Vernetzung der Betroffenen zu verdanken, dass die gesellschaftliche Auseinandersetzung neue Dynamik und mediale Beachtung gefunden hat. Nach dem Fachgespräch zwischen Vertreter*innen der Initiative Verschickungskinder e.V., des Forschungsvereins AEKV e.V. und Bundestagsabgeordneten im Februar des letzten Jahres, bei welchem die bisherigen Erkenntnisse präsentiert und die Notwendigkeit einer zentralen Anlaufstelle auf Bundesebene diskutiert wurden, fand im März die öffentliche Anhörung im Familienausschuss des Bundestages statt, bei welcher sich meine Kolleg*innen positiv gegenüber den von Ihnen vorgebrachten Forderungen zeigten. Die Thematik ist somit bekannt und stößt auf Zustimmung bei uns Sozialdemokrat*innen.
    Wahlprogramme dienen als politische Leitlinien für Parteien, mit denen sie ihre Positionen, Ziele und einige geplanten Maßnahmen für die kommende Legislaturperiode darstellen. Sie sind somit eine grobe politische Agenda, welche sich eher auf breite politische Themen bezieht. Eine Aufnahme der Thematik jedoch in potentielle Koalitionsverhandlungen, bei welchen sehr konkrete Ziele und Maßnahmen für die folgende Legislaturperiode festgelegt werden, erscheint mir zielführend und notwendig. Ich ermutige Sie, auch während dieses Prozesses als Interessenverband sichtbar zu sein im öffentlichen Diskurs. Im Falle einer Wiederwahl leiste ich gern meinen Beitrag durch interne Gespräche und die Lenkung der Aufmerksamkeit meiner Fraktionskolleg*innen, welche unmittelbarer mit der Thematik befasst sind.

    Mit freundlichen Grüßen
    Mathias Papendieck


    Mathias Papendieck, MdB
    Deutscher Bundestag I Platz der Republik 1 I 11011 Berlin
    Telefon: +49 30 227 78645, mathias.papendieck@bundestag.de

    DR. MORITZ HEUBERGER schreibt:

    Sehr geehrter Herr M.,

    vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich wenden und Ihre persönliche Betroffenheit teilen. Die Schicksale der ehemaligen Verschickungskinder sind ein dunkles Kapitel der Nachkriegsgeschichte, das lange viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. Dass viele Kinder in diesen Heimen nicht Erholung, sondern Misshandlung und seelische Gewalt erfahren haben, ist erschütternd – und es ist höchste Zeit, dass diese Erfahrungen aufgearbeitet werden und Betroffene Unterstützung erhalten.

    Ich unterstütze die Forderung nach einer zentralen Anlaufstelle auf Bundesebene ausdrücklich. Eine solche Stelle könnte dazu beitragen, Betroffenen eine strukturierte Möglichkeit zu bieten, ihre Erfahrungen aufzuarbeiten, sich zu vernetzen und gegebenenfalls Entschädigungen oder Hilfsangebote zu erhalten. Die Idee, dies in den Zuständigkeitsbereich der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs einzubetten, erscheint mir sinnvoll.

    Ich werde mich dafür einsetzen, dass dieses Anliegen parteiintern weitergetragen wird und in zukünftige politische Debatten einfließt. Gerade im Bereich der historischen Aufarbeitung von Missständen in staatlichen und kirchlichen Institutionen wurde viel zu lange weggeschaut – das darf nicht noch einmal passieren.

    Vielen Dank für Ihr Engagement und den Hinweis auf den Beschluss des Bundeskongresses der Initiative Verschickungskinder.

    Mit freundlichen Grüßen
    Moritz Heuberger

    Dr. Moritz Heuberger
    Kandidat für die Bundestagswahl
    BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Tempelhof-Schöneberg
    Kolonnenstraße 53 | 10829 Berlin 

    DR. JAN-MARCO LUCZAK-MDB schreibt:

    Sehr geehrter Herr M.,

    vielen Dank, dass Sie sich mit Ihrem Anliegen an mich wenden und Ihre persönliche Erfahrung mit den Kinderverschickungen teilen. Ihre Schilderung berührt mich sehr. Dass Kinder, die eigentlich Erholung und Fürsorge erfahren sollten, stattdessen Misshandlungen erlebten, ist ein großes Unrecht, das noch nicht ausreichend aufgearbeitet wurde. Ich danke Ihnen, dass Sie sich für die Belange der ehemaligen Verschickungskinder einsetzen und das Thema in die politische Debatte einbringen. Die Berichte über die Erfahrungen vieler ehemaliger Verschickungskinder sind erschütternd. Die Forderung nach einer zentralen Anlaufstelle auf Bundesebene halte ich vor diesem Hintergrund für besonders berechtigt. Eine solche Institution könnte Betroffene unterstützen, für Vernetzung sorgen und helfen, das erlittene Unrecht sichtbar zu machen. Dass diese Initiative von ehemaligen Verschickungskindern selbst kommt, verdeutlicht, wie dringend der Handlungsbedarf weiterhin ist. Eine Anbindung an die Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs erscheint mir daher sinnvoll, da es um strukturelle Gewalt und Missbrauchserfahrungen geht, die viele Betroffene bis heute belasten. Ich werde Ihr Anliegen in meine politischen Gespräche einbringen und mich dafür einsetzen, dass das Schicksal der Verschickungskinder mehr Aufmerksamkeit bekommt. Ich sehe es als wichtige gesellschaftliche Aufgabe, hier weitere Schritte zu gehen. Die Bundespolitik muss sich dieser Verantwortung stellen und Möglichkeiten der Unterstützung und Anerkennung prüfen.

    Für Ihr Vertrauen, sich mit dieser Frage an mich zu wenden, und für Ihren Einsatz danke ich Ihnen ausdrücklich.

    Mit herzlichen Grüßen nach Friedenau

    Jan-Marco Luczak

    Dr. Jan-Marc Luczak, Mitglied des Deutschen Bundestages, Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen

    CHANTAL KOPF, MDB:

    Sehr geehrte Frau B.,

    vielen Dank für Ihr Schreiben zu diesem wichtigen Thema an Frau Kopf. Sie wird sich Ihr Anliegen ansehen und in ihre politische Arbeit einbeziehen. Informieren Sie uns gerne, sollte es anderweitig Neuigkeiten zu Ihrem Anliegen geben.

    Herzliche Grüße, Elisabeth Schilli, Wahlkreismitarbeiterin

    Chantal Kopf MdB, Abgeordnete für den Wahlkreis Freiburg Sprecherin für Europapolitik, Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Platz der Republik, 11011 Berlin, T: +49 30 227 77587, M: chantal.kopf@bundestag.de, Wahlkreisbüro: Rehlingstraße 16a, 79100 Freiburg im Breisgau, +49 761 8886713, M: chantal.kopf.wk@bundestag.de

    Hier kann bald die Antwort auch deines MDB stehen! Schreibt eure MDBs an, sie antworten!

    INFORMATION zum nächsten BUNDESKONGRESS:

    Der Bundes-Kongressort 2025 steht jetzt fest: Bad Wildungen in Hessen

    Wir haben jetzt alle notwendigen Zusagen und können verbindlich Termin und Ort unseres nächsten Bundeskongresses ankündigen. Die Stadt stellt uns ihr größtes Veranstaltungsgebäude, die Wandelhalle, unentgeltlich zur Verfügung. Dafür danken wir sehr herzlich der Stadt Wildungen und ihrem Bürgermeister Ralf Gutheil sowie der Volkshochschule. Sie setzen damit ein wichtiges Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität. Schon jetzt anmelden: Der Kongressbeitrag liegt bei nur 30 Euro. Anmeldungen: kongress-2025@verschickungsheime.de.Veranstaltungen, Treffen und Gruppen der Verschickungskinder finden sich hier unter Termine.

  • Heimliste – Baden-Württemberg

    Heimliste – Baden-Württemberg

    Das Landesarchiv Baden-Württemberg hat über mehrere Jahre ein großartiges Projekt auf die Beine gestellt, in dessen Ergebnis es zu einer wunderbaren Ausstellung und intensiven Beratung von zahlreichen Betroffenen, die in Bawü-Verschickungsheime verschickt wurden, gekommen ist. Auch wurde in akribischer Kleinarbeit, mit Hilfe von Betroffenen in vorbildlicher Weise eine HEIMLISTE zusammengestellt. Eine eindrucksvolle Zusammenarbeit zwischen Betroffenen und Landesarchiv. Nehmt auch in anderen Bundesländern Kontakt auf mit euren Landesarchiven! Es findet sich auch eine PPP, die sich hervorragend eignet, um sie den eigenen Landesarchiven als Anregung zu schicken. Großen Dank an das Landesarchiv Baden-Württemberg!

    In Baden-Württemberg gab es von 2020 bis 2023 einen überaus aktiven Landesverein: AKVBW e.V., der auf dem KONGRESS 2023 ein seit Längerem bestehendes wertvolle Betroffenen-Interview-Archiv öffentlich vorgestellt hat. Leider hat sich der Verein inzwischen aufgelöst, da sich keiner für die schwere Arbeit des Vorstand gefunden hat. Es ist nicht einfach, Ehrenamtlerinnen zu finden, die so eine schwere Aufgabe über so eine lange Zeit durchhalten. Danke an die Aktiven aus Baden-Württemberg! Es war sehr wertvoll, was ihr geschaffen habt!