Medikamentenversuche

Berichte über illegale Medikamentenversuche in Heimen und medizinischen Einrichtungen mehren sich und sind bis weit in die 60er Jahre nachgewiesen. Auch bei Verschickungs- und Kurkindern sind solche Medikamentenversuche vorgekommen (hier). ZB hat der Euthanasie-Gutachter Werner Catel (2)  1949 Versuche mit nicht zugelassenen Medikamenten in der Kinderheilstätten Mammolshöhe durchgeführt, dabei sind Kinder zu Tode gekommen.(hier)

Manche Hinweise aus unseren Berichten weisen darauf hin, dass es sein kann, dass auch in anderen Kinderheilstätten illegale Medikamentenversuchsreihen durchgeführt und ermöglicht wurden, so wie es für die Fürsorge-Heimkinder schon nachgewiesen wurde. Dr. Sylvia Wagner sieht dafür Indizien, dem muss nachgegangen, das muss dringend erforscht werden. 

Die Kindererholungsstätten und -Kurheime lagen abseits der Öffentlichkeit und boten „ideale“ Bedingungen:  Die Kinder waren von der Häuslichkeit getrennt (Besuchsverbote), es gab zahllose Möglichkeiten zu vergleichender Forschung altersgleicher Gruppen, und die Kinder waren eine immer gleiche Zeit lang (6 Wochen), unter vergleichbaren Bedingungen in medizinischen Zusammenhängen institutionell untergebracht, Tabletten- und Spritzengaben fielen nicht auf, Isolierzimmer für eingehendere Beobachtungen waren vorhanden.  

Es ist notwendig, dass alle diese Tatsachen aufgeklärt werden. Welche Menschen in ihren Erinnerungen solche Indizien finden, können sich hier melden und bitte nicht vergessen auch diese Erinnerungen im FRAGEBOGEN erwähnen. Auf dem KONGRESS 2020 im November (19-22.11.20 Borkum) wird es dazu eine Arbeitsgruppe geben. Anmeldung hier: info@verschickungsheime.de

(1)

Frau Dr.Sylvia Wagner: https://duepublico2.uni-due.de/servlets/MCRFileNodeServlet/duepublico_derivate_00042079/04_Wagner_Heime.pdf

(2)

Zu Werner Catel: https://www.pflege-wissenschaft.info/datenbanken/who-was-who-in-nursing-history/liste-aller-eintraege/104-datenbanken/who-was-who-in-nursing-history/11280-catel-werner

https://www.deutschlandfunkkultur.de/medikamentenversuche-an-heimkindern-das-war-die-hoelle.976.de.html?dram:article_id=435708 

oder auch hier: https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/versuchskaninchen-heimkind-100.html

Zu Krankenmorden und Kinder-Medikamentenversuchen und den Akteuren nach 1945 arbeitet seit langem der Autor und Forscher Ernst Klee, er schrieb über Catel:  https://www.irren-offensive.de/rede_ernstklee.htm

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Simone Dietze
Simone Dietze
22 Tage zuvor

Hallo!Ich bin zufällig auf diese Seite gestoßen,als ich nach alten Sanatorien suchte,in denen ich als Kind in der DDR war!Auch diese Medikamenten Teste,kann ich bestätigen,meine Mutter musste in den Mitte Ende 70 er,Anfang 80er Jahre in Berlin Unterschreiben,dass Medikamente aus der damaligen BRD an mir probiert werden durften,da ich so Krank war,und es die einzige Lösung war,dass ich wieder Gesund werde!Ich musste auch mehrere male nach Berlin Buch,wo sie mir Sachen aus der Lunge gezogen haben!Ich bin 72 geb.,und aus Berlin Friedrichshain!,und hatte als Kind Asthma!Ich bin schon lange auf der Suche nach Antworten,meine Mutter ist leider schon vor 20… Weiterlesen »

Michael Millgramm
Michael
4 Monate zuvor

Ernst Klee hat sehr gute Recherchearbeit geleistet und viele aufschlussreiche Bücher geschrieben. Leider ist er bereits am 18. Mai 2013 verstorben.

Maya
Maya
4 Monate zuvor

Diese Medikamentenversuche wurden m.E. (zumindest zwischen 1955 und 1959) in Westfalen auch in Volksschulen 2x jährlich durchgeführt. Veranlasst und vorgenommen wurde das das lt. meiner Erinnerung durch das Städtische Gesundheitsamt. Angeblich waren das Injektionen / Impfungen gegen “irgendwelche Infektionskrankheiten”.
Persönliche Nachforschungen bei der Ärztekammer ergaben jedoch, daß es “solche Maßnahmen NIEMALS gegeben hat”.

Also wurden seinerzeit auch die Eltern bewußt mit unwahren Aussagen getäuscht und nicht nur bei den, dem elterlichen Zugriff entzogenen, Verschickungskindern Versuche unternommen.

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