Rundbrief v. 3.10.19

RUNDBRIEF von Anja Röhl vom 3.10.19: 

Liebe alte und neue Verschickungskinder,

die Ihr mir und uns über mail anschreibt oder unter „Zeugnis ablegen“ kommentiert:

Danke für eure wertvollen Geschichten!!!!!

Wir bekommen hier momentan viele mailanfragen und Berichte zugesandt, seit der Report Mainz-Sendung sind ca 700 Betroffene neu dazu gekommen, die Menschen schicken die erschütterndsten Berichte. Niemals war mir das Ausmaß der Thematik so bewusst.

Ich freue mich sehr, dass mein Engagement Eure Erinnerungen geweckt hat, wenngleich dass sicher auch oft schmerzhaft ist. Ich hoffe sehr, dass es Euch/Ihnen Erleichterung verschafft, wenn dieses von uns erlittene Unrecht jetzt endlich gesehen und öffentlich wird. Bitte haben Sie/Ihr Verständnis, dass wir oft nicht schaffen, die vielen Mails und Kommentare persönlich zu beantworten.

Wir sind dabei eine Selbsthilfeorganisation aufzubauen, an der Sie sich regional und nach Heimorten gegliedert, oder auch durch aktive Mithilfe, gern von Zuhause aus, beteiligen können.

Ich habe unter FORSCHUNG auf dieser Seite einen Fragebogen entwickelt, der dient dem Anfang einer wissenschaftlichen Auswertung, mit der ich die an uns ausgeübte institutionelle Gewalt belegen möchte. 

Sie können sicher sein, dass ich sorgfältig mit Ihren Berichten als auch mit diesem Fragebogen umgehe, den Datenschutz berücksichtige. Alle Berichte werden von mir aufmerksam gelesen und der wissenschaftlichen Auswertung zugefügt.

Persönlich kann man uns in Regionalgruppen treffen, hier unter SELBSTHILFE.

Es trifft sich ab 2. November jeden ersten Samstag im Monat in Berlin (von 10-13 Uhr) einschließlich Mittagessen, in Berlin die “Regionalgruppe Berlin und Bund”, Bismarkstraße 101, Berlin Charlottenburg, bei Sekis e.V.

An HEIMORTGRUPPEN gibt es großes Interesse. Dazu haben sich und finden sich täglich neue Heimortgruppen-Verantwortliche, die Interesse an anderen aus denselben Heimen haben. Zweck: Austausch und Recherche. Unter SELBSTHILFE nachschauen!

Ein Kongress auf Sylt ist in konkreter Vorbereitung, der weitere mediale Aufmerksamkeit auf das Thema lenken soll, deshalb der Kongress an einem Ort der Kinder- “Erholungs” – Heime! MELDET EUCH AN! info@verschickungsheime.de  

Der Kongress ist für Betroffene kostenlos, Bahnkarten sind jetzt günstig zu haben, Unterkünfte auch!

Bitte in allem Geduld und nochmals vielen, vielen Dank für Ihr/Euer Vertrauen!

Mit freundlichen Grüßen

Anja Röhl

 

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Martina Mall
Martina Mall
6 Monate zuvor

Hallo,
auch ich wurde 1965 als knapp Sienenjährige in ein Poserholungsheim in Huzenbach im Schwsrzwald verschickt.
Seltsamerweise habe ich nur wenige und zum Teil abstruse Erinnerungen daran, aber nach diesen 7 Wochen bin ich völlig erschöpft, abgemagert und mit neurotischen Störungen nach Hause gekommen.
Es wäre sehr hilfreich für mich, wenn ich weitere Personen finden könnte, die sich dort als Kinder “erholen durften”, um Licht in dieses schwarze Loch meiner Kindheit zu bringen.
Martina Mall

Marina Zuschlag
Marina Zuschlag
7 Monate zuvor

Guten Abend….. Ich habe gestern Abend den kurzen Bericht im Fernsehen gesehen….. Fast 55 Jahre hab ich gedacht ich wäre wohl schon immer ein weichling gewesen!!! Kann mich bis heute an diese schlimmen Wochen erinnern….. Bis heute habe ich auf Grund dieser Angst keine Reha oder ähnliches in Anspruch nehmen können… Trotz Krebserkrankung und so weiter… Es war mir nicht möglich… Diese Angst saß in mir fest…. Heute bin ich 62 Jahre alt und bekomme Altersrente wegen schwerbehinderung wobei ich hauptsächlich unter Persönlichkeitstörungen leide…..einfach nur schlimm…. Es ist ein schwacher Trost das ich nicht alleine bin mit dieser schlimmen Erfahrung…..… Weiterlesen »

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