Schlimme Erfahrungen im Kurt-Pohle-Heim auf Sylt, in Trägerschaft der AWO
In der Bietingheimer Zeitung findet sich dieser Tage ein eindrucksvolles Porträt einer Betroffenen, Dagmar Schlatterer aus Löschgau, die als 8-jährige im Jahr 1968, schlimme Erfahrungen in einen Kindererholungsheim, dem Kurt-Pohle-Heim, auf Sylt, machen musste. Dorthin war sie von Löschgau aus, seinerzeit verschickt worden. Sie hatte sich an die Bietingheimer Zeitung gewandt, als sie dort einen ähnlichen Bericht eines Betroffenen aus dem Jahre 1948 fand. Bei ihr waren es keine Nonnen, dafür aber „Erzieherinnen, die schwarze Pädagogik betrieben. Ich will nicht wissen, wie viele Kinder dort zerbrochen wurden“, so erzählt es Dagmar Schlatterer im Interview. Sie beschreibt detailgetreu und glaubhaft mehrere konkrete quälende Gewaltsituationen, z.B. wie ein Geschwisterpaar gewaltsam getrennt und schließlich die 5-jährige dafür mit Isolation in einem dunklen Pförtnerhaus bestraft wird. Nur weil sie zur 8-jährigen Schwester nachts trostsuchend in den Schlafsaal schlich. Nicht nur das, die Gruppe musste tagsüber an der Eingesperrten vorbeimarschieren und sie auslachen. Das Kind hätte dort „wie am Spieß“ geschrien und ihr furchtbar leid getan. Danach dann hätte sie eingenässt, was weitere Strafen nach sich zog. Man schafft es kaum, den Bericht in diesem Artikel zuende zu lesen, so grausam waren 1968 die Bestrafungsmethoden in diesem Heim für Kindererholung. Zu einer Zeit, wo an den Universitäten und erzieherfachschulen längst liberale, bedürfnisorientierte Erziehunbgsmethoden gelehrt wurden. Welche Folgen diese menschenunwürdige Behandlung der Fünfjährigen durch das Heimpersonal für das Leben dieses Menschen hatte, wagt sich die Berichtende nicht auszumalen. Danke an Dagmar Schlatterer und Heidi Falk für diesen eindrucksvollen Bericht!
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Hier finden sich weitere Berichte aus dem Kurt Pohle Heim auf Sylt.
in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt
Hier finden sich weitere Zeugnisse aus dem Kurt-Pohle-Heim auf Sylt aus unserem Gästebuch.
Ein weiterer schlimmer Bericht zum Kurt-Pohle-Heim findet sich auf der Webseite des Landesvereins NRW (AKV-NRW e.V.)
