Beschwerdebrief dreier Praktikantinnen aus dem Jahre 1972
Hiermit veröffentlichen wir den originalen Beschwerdebrief in Kopie, den 1972, drei Praktikantinnen an sämtliche Behörden der Umgebung des Adolfinenheimes auf Borkum geschickt haben. Er war sehr akribisch verfasst worden, mit genauen Beobachtungen verschiedener Quälsituationen, mit dem Fazit, dass es sich um einen „kinderschädlichen Umgang“ handeln würde. Er wurde damals von fünf weiteren, damals erwachsenen Augenzeuginnen mit unterzeichnet. Nach anfänglichen Versuchen, die drei Praktikantinnen zu beruhigen, löste dieser Brief schon bald eine einjährige Schmutzkampagne aus, die sich über die drei Praktikanntinnen ergoß. Ziel war, zu verhindern, dass die Einrichtung den Krankenhausstatus verlieren und wieder in die Prüfsituation durch das Jugendamt geraten könnte. Man vermutete, dass dann das Heim sofort geschlossen werden würde, und sah schreckliche wirtschaftliche Folgen für Borkum voraus. In Folge wurden die Misshandlungen als Lügen abgetan, die Briefeschreiberinnen wurden als linksradikal in ihrer Schule angeschwärzt, möglw. mit anschließendem berufsverbot, das wissen wir nicht. Der anschließende Briefwechsel der Heimbetreibenden, Diakonissenhaus, Borkum Bürgermeister, Vorstand Verein Adolfinenheim, lässt eindeutig auf Vorsatz schließen. Man wusste von den Miss-Ständen, sonst hätte man nicht solche Angst vor dem Jugendamt gehabt. Dazu als Hintergrund der Analyseaufsatz von Anja Röhl, der sich mit dem, dem Brief nachfolgenden einjährigen Briefwechsel der Heimbetreiber und Amtsinhaber beschäftigt.
