AG Sexuelle Gewalt in Verschickungsheimen
27. September – 17:00 – 18:00
Foto: Bundesweiter Betroffenenrat für sexuellen Missbrauch – Vorbild für selbstbewusstes Auftreten von Betroffenen
Auch in den Kinderverschickungsheimen gab es sexuelle Übergriffe: Sexualisierte Demütigungen, sexualisierte Angstmacherei, sadistische Handlungen, Auslachen der Opfer und auch schwere sexualisierte Gewalt, wie, einen harten Wasserstrahl schmerzhaft auf die Geschlechtsorgane richten, Gegenstände einführen und also sexuell quälen, sowie Vergewaltigungen. Dieses ist kleinen Kindern passiert! Für all diese Dinge gibt es schon seit langem Belege auch in unserer Community. Schon 2019 hatten wir dazu eine Expertin auf unseren ersten Kongress eingeladen. Es finden sich dazu in unserer öffentlichen Zeugnissammlung 77 Zeugnisse.
Mehrere Versuche, seit 2019 dazu AGs im Zoom anzubieten, wurden unternommen. Es fanden sich mehrere Journalistenberichte, (z.B. von Lena Gilhaus, 2022), Zeugnisse in Büchern (Röhl, 2021b: Heimweh-Porträts) und immer wieder Dokumentationen in NDR, ZDF und SWR. Hinweise kommen aus Heimen in Bad Sassendorf, Bad Sachsa, Bad Dürrheim, Bad Salzdetfurth, Borkum, Wyk, Amrum, Sylt, Aprath, St.Peter-Ording, Norderney u.v.a., sowie auch aus Heimen der DDR. Oft wird dazu der Einsatz von sedierenden Medikamenten geschildert, der den Tätern sicher den Zugriff erleichtert hat. Für Zeitzeugen ist das Berichten über sexualisierte Gewalt allerdings extrem schmerzhaft und stark schambesetzt. Die Betroffenen von Missbrauch in Verschickungsheimen sind über ganz Deutschland verstreut. Dieses Thema ist bisher noch kaum aufgegriffen worden.
Allerdings bieten einige Träger, wie die niedersächsische Landeskirche Bremen, früher verantwortich für Norderney, schon finanzielle Hilfen für Missbrauchsopfer an, Näheres weiß die HOK-Gruppe Norderney: norderney@verschickungsheime.de, Kerstin
Die Initiative bietet schon seit Längerem eine AG an, in der sich Betroffene austauschen können. Es können sich die TN der Gruppe nach dem Geschlecht des Täters, jeweils in zwei Gruppen aufteilen, diejenigen, denen von Männern und denjenigen, denen von Frauen sexuelle Gewalt angetan wurde. Die Art des Erlebens ist sehr unterschiedlich und das Vertrauen zum anderen Geschlecht daher in Folge oft von starkem Misstrauen durchsetzt. Das aufzuarbeiten und dabei eigene Stärken wieder zu erwecken, Wünsche an die Politik und die Verantwortlichen zu diskutieren und zu entwickeln, sowie Möglichkeiten der Vernetzung zu besprechen, soll Inhalt dieser AG sein.
Stellen, an die sich Betroffene wegen Entschädigungszahlungen und Beratung, sowie Therapien, bzgl. sex. Missbrauch, wenden können ist die bundesweite: Zentrale Missbrauchsstelle, sowie den Betroffenenrat für sexuellen Missbrauch
Unsere AG zu diesem Thema trifft sich nach der Sommerpause im Zoom, im September, am27.9.26 um 17 Uhr, unter Leitung von Markus Schnerrmann, vertreten durch Anja Röhl, da Markus momentan krankheitsmäßig verhindert ist, anmelden unter: Stichwort AG Sexualisierte Gewalt, bei Renate: buko@verschickungsheime.de, Anmelden ist erforderlich, da wir eine geschützte Atmosphäre garantieren wollen.
