Ferien im Schwarzen Haus – von Cedric Rehman in der Berliner Zeitung
Foto: Katrin Sikora – von MARKUS WÄCHTER/BERLINER ZEITUNG
Cedric Rehman, freier Autor aus Berlin, hat vor einiger Zeit ein eindrucksvolles Porträt der Filmemacherin Katrin Sikora in der Berliner Zeitung veröffentlicht, (Berliner Zeitung, Nr. 27, Montag, 02. Februar 2026 – Seite 3) was er uns jetzt freundlicherweise für die Bundesseite frei zur Verfügung gestellt hat. Er erzählt darin, wie Katrin Sikora dazu kam, den Film „Schwarze Häuser“ über Kinderverschickungen zu drehen.
Katrin Sikora ist kein Verschickungskind, aber eine Angehörige, Tochter einer Mutter, die Unfassbares in ihrer Verschickung erlitten hat. Wie andere Angehörige auch, hat sie das Thema danach so ergriffen, dass sie daraus jetzt einen Kinofilm gemacht hat. Dieser hatte kürzlich Premiere und läuft noch auf dem DOK.-Film-Festival in München.
Alles begann, als sie, zusammen mit Ihrer Mutter, ihrer Schwester und der damals über 90 Jahre alten Großmutter, an Weihnachten 2019 am Tisch in
ihrer westdeutschen Heimat saß. Es ging zunächst um Kinderheime im Nationalsozialismus. Auch darum, dass in diesen Heimen Kinder, die krank waren, Schlimmes erleiden mussten oder getötet wurden. In diesem Zusammenhang habe die Oma plötzlich über ein Heim gesprochen, in dem Sikoras Mutter als Kind gewesen sein soll, berichtet Katrin Sikora. Ab da wurden die Schwestern hellhörig. Sie bohrten nach, wo und wann war die Mutter gewesen? Was hatte sie erlebt? Ähnlich wie die Journalistin Lena Gilhaus, die schon 2017 begann, den schmerzvollen Erlebnissen in Verschickungsheimen ihres Vaters und dessen Schwester hinterherzuforschen und dann einen eindrucksvollen Film, etliche Podcasts, Features und ein Buch über das Thema schrieb, so packte nun auch Katrin Sikora der Wunsch, den Erlebnissen ihrer Mutter hinterherzuforschen und daraus etwas Brauchbares für die Öffentlichkeit zu schaffen. Sie entschied sich für einen Dokumentarfilm, den sie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Theater Berlin, einem Jugendensemble, dass einen authentischen Eindruck vermitteln sollte, künstlerisch gestaltete. Den Titel entlieh sie dem Kinderbuch von Sabine Ludwig, die schon 2014 das Buch: „Schwarze Häuser“ schrieb, in dem sie ihre eigenen Erlebnisse in einem Verschickungsheim an der Nordsee eindrucksvoll für Kinder aufschrieb. Katrin Sikora arbeitete eng mit dem Landesverein NRW (AKV-NRW e.V.), sowie mit Sabine Ludwig aus zusammen und führte etliche Interviews mit Betroffenen aus verschiedenen Bundesländern durch.
Wir freuen uns sehr darüber, dass sich junge Menschen, es sind dies besonders die Angehörigen von Verschickungskindern, zunehmend für unsere Belange einsetzen und den Staffelstab der so wertvollen und wichtigen Öffentlichkeitsarbeit zu unserem Thema übernehmen. Denn immer noch werden Landesgruppen von uns nur in zwei Bundesländern (NRW und Bawü) finanziell in ihrer Beratungs- und Recherchearbeit unterstützt, in allen anderen Bundesländern und dem ehemaligen DDR-Gebiet, wird die Beratungsarbeit, seit nunmehr 8 (!!!) Jahren, unentgeldlich und ohne jede Unterstützung von Trägern und Politikern, allein von den Betroffenen selbst, sowie die bundesweite Internetseite, vollständig ehrenamtlich, durchgeführt.
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Cedric Rehman
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cerehman@gmx.de
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