Wanderausstellung im Schwarzwald

Historisches Foto: Das Kindersanatorium Frieda-Klimsch-Stiftung Königsfeld

„Freude und Erholung? Kinderverschickung in Baden-Württemberg 1949 – 1980“: Im Landratsamt ist dazu nun eine Wanderausstellung zu sehen.

Die Ausstellung ist vom 1. Juni bis 31. Juli im Landratsamt, Am Hoptbühl 2, in Villingen während der Öffnungszeiten des Hauses zu sehen.

Freude und Erholung – das versprachen die Kinderkuren, bei denen bis weit in die 1980er Jahre hinein abertausende Kinder für mehrere Wochen in Erholungsheime verschickt wurden. Die Auszeit sollte helfen, von Krankheiten zu genesen und generell gestärkt in den Alltag zurückzukehren. Doch in vielen Fällen war das Gegenteil der Fall: Die Trennung von den Eltern, die hohe Disziplin und der Konformitätsdruck, der in den Heimen herrschte, und die mangelnde Zuwendung für den Einzelnen, oft verbunden mit physischer und psychischer Gewalt ließen diese Wochen für viele zum Alptraum werden und prägen die Betroffenen teilweise bis heute.

Das gilt auch für Kinderkuren im heutigen Schwarzwald-Baar-Kreis, der mit seiner Erholungslandschaft neben dem Meer und den Bergen ein bevorzugtes Ziel für die Kinderverschickung war. Deshalb zeigt das Kreisarchiv im Schwarzwald-Baar-Kreis vom 1. Juni bis 31. Juli eine Ausstellung, die vom Landesarchiv Baden-Württemberg zu dieser Thematik erarbeitet wurde.

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Dort sichtete ein vom Sozialministerium gefördertes Projekt in den Jahren 2022 bis 2024 intensiv die erhaltenen Unterlagen und konnte grundlegende Erkenntnisse zu den Strukturen und Beteiligten im System der Kinderkuren gewinnen. Um das sensible Thema nicht nur auf Daten und Fakten zu reduzieren, greift die aufwendig gestaltete Ausstellung auf Comics der Künstlerin Birgit Weyhe zurück, die auf der Grundlage von Berichten ehemaliger Verschickungskinder entstanden und Erfahrungen und Erinnerungen stellvertretend bildlich umsetzen.

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Die Ausstellung im Landratsamt wird am Montag, 1. Juni, um 18 Uhr mit Landrat Sven Hinterseh und Einführungsvorträgen von Christian Keitel vom Landesarchiv sowie Kreisarchivar Clemens Joos eröffnet. Am Dienstag, 30. Juni findet eine Podiumsdiskussion statt. Beide Veranstaltungen sind offen für Besucher. Weitere Infos gibt es beim Kreisarchiv, E-Mail kreisarchiv@lrasbk.de oder unter der Telefonnummer 07721/9 13 71 05.

Quelle: Mit freundlicher Genehmigung aus dem Schwarzwälder Boten, hier der Link zum Artikel

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