Positive Erinnerungen an Kindererholungsheime, Kinderheilstätten und Kinderkurheime

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Titelbild Elternratgeber: Mit Kindern an die See, 1987

Es hieß 50 Jahre lang, die Verschickungen seien „das Beste“ für die Kinder gewesen, inzwischen haben sich aber mehr als 50.000 Betroffene mit Erinnerungen an Demütigungen, Angst und Gewalt bei der Initiative Verschickungskinder in einem Gästebuch und einem Fragebogen, in anderen Foren, sozialen Medienkanälen, auf Petitionen und auf Journalisten- und Wissenschaftler-Aufrufe gemeldet und man hat darin ein System immer gleicher Gewalt erzeugender Bedingungen in diesen besonderen, oft sehr abgelegenen Pflegeeinrichtungen, mit nur wenig ausgebildetem Personal, erkannt. Das ist auch wissenschaftlich, durch Aktenfunde belegt, analisiert worden. Positive Erinnerungen gibt es ab und zu, sie beziehen sich meist auf Strandausflüge, so es welche gegeben hat, junge Praktikantinnen, die oft sehr nett waren, das Essen kurz nach dem Krieg, als in den Großstädten gehungert wurde und es in den Kurorten direkt vom Bauern geliefert wurde. Diese positiven Erinnerungen werden meist von ab 10-12-Jährigen geäußert, bleiben aber oft vage bei konkreten Nachfragen. Dazu kommt: Kinder, die sich in einer durch Angst geprägten Athmosphäre befinden, erleben jeden kleinsten Gesang als Entspannung und jedes kleine Lächeln einer Gewaltperson als positive Erleichterung. Es gilt in dem Zusammenhang einen differenzierten Blick zu entwickeln. Man muss genau nachfragen, z.B. nach der Abwesenheit von Negativem: z.B.: Gab es die freie Möglichkeit, jederzeit auf die Toilette zu gehen, bekamen die Kinder, wenn sie das Vorgesetzte nicht essen mochten, stattdessen Stullen oder etwas anderes zu essen, ging man freundlich mit essensaversionen um? War der Tonfall liebevoll, zugewandt, anregend? Gab es kein Zwangseinfüttern? Wurden die Kinder, die geredet hatten, nicht aus ihrem Bett geholt und nachts zur Strafe auf den Flur gestellt? Gab es nachts kein Toilettenverbot? Wurden Kinder, die nachts eingenässt hatten, nicht bloßgestellt, angemeckert und bestraft? Und was genau wurde positiv erlebt? Die meisten Bedingungen, die Angst auslösten oder Gewalt erzeugten, galten den unwillkürlichen, den normalen Bedürfnissen der Kinder, wie essen, weinen, lachen, miteinander sprechen und auf Toilette gehen, diese Bedürfnisse können ältere Kinder schon besser kontrollieren als jüngere, folglich litten jüngere am allermeisten, trotzdem haben ältere Kinder auch oft Probleme bekommen, nämlich dann, wenn sie kritisch nachgefragt haben oder sensibel und einfühlsam beobachtet haben, wie mit den Kleinen umgegangen wurde.

Als wir begannen, uns dem Thema der traumatischen Erinnerungen von Verschickungskindern zu nähern, waren wir erstaunt über die zahllosen, überaus detaillierten Berichte von angsterfüllten Verschickungsaufenthalten und erlebter Gewalt. Kinder, meist unter 6 Jahren, wurden zu Hunderten allein, ohne ihre Eltern, über 6 Wochen, zwischen 1946 und 1990, in weit entfernt liegende Kindererholungsheimen und -Heilstätten aller Bundesländer verbracht. Erlebnisschilderungen darüber wurden uns ungefragt zugesandt und sammeln sich seither öffentlich auf unserer Webseite in unserem Gästebuch, 2776 (am 27.5.25) und anonym in einem Fragebogen, wo es schon weit über 15.000 sind, die ihre Geschichte unserer Webseite und selbstbestimmten Forschung zur Verfügung gestellt haben. Wir zensieren nicht, wir kürzen nicht, wir schalten nur frei und sammeln. Es sind Erinnerungs-Schilderungen von Demütigungen, körperlicher, seelischer und sexueller Gewalt und starken Angsterlebens. Diese Berichte sind zumeist von Menschen, die zum ersten Mal mit unserer Initiative in Kontakt kommen und erfahren, dass sie mit ihren schmerzlichen Erfahrungen nicht allein sind, sondern Teil einer sehr großen Gemeinschaft von Betroffenen. Oft ist dann der erste Impuls, das selbst Erlebte aufzuschreiben, Zeugnis zu geben. Auch auf unserer Petition bei change.org gibt es über 49.000 Menschen, davon zahllose Betroffene, die in ihren Kommentaren von ihren eigenen negativen Erlebnissen berichten, dasselbe in zahlreichen facebookgruppen mit Tausenden von Mitgliedern.

Es ist also seit dem Beginn unserer Initiative immer deutlicher geworden, dass die Kinderverschickung System hatte und dass in ihr eine „Subkultur der Gewalt“ (Hans Walter Schmuhl (2023): Kur oder Verschickung: Die Kinderkuren der DAK zwischen Anspruch und Wirklichkeit, Dölling und Galitz, München, S. 249) herrschte. Alle bisherigen wissenschaftlichen Studien bestätigen, dass im Rahmen der Kinderverschickungen Gewaltbedingungen durch vielfältige institutionelle Ursachen gegeben hat.

Manchmal werden in den Berichten, die uns vorliegen, äußere Bedingungen als tröstend empfunden: Sommer und Strand, Wald und Berge, Festlichkeiten, Aufführungen oder gemeinschaftliche Aktivitäten wie Singen, Spielen und Wandern. Trotzdem gibt es auch bei solchen positiven Erinnerungen oft zusätzliche Erinnerungen an Angst- und Gewaltsituationen, die ihnen selbst passiert, oder die die betreffenden beobachtet haben.

Wir wollen einen umfassenden Einblick in das Geschehen während der Verschickungen erhalten. Dafür sind auch positive Erinnerungen wichtig. Denn oft können sie zeigen, durch welche Zufälle Kinder getröstet werden konnten, und manchmal widerstandsfähiger und resilienter gegen die negativen Erfahrungen wurden, oft in der Art, dass sich ein kritisches bewusstsin gegenüber Kindesleid entwickelte. Es reichte manchmal eine heimliche Freundin, eine mitfühlende Praktikanntin. Das ändert aber nichts daran, dass die Bedingungen in bisher allen uns bekannten Verschickungsheimen, also Kinderheilstätten und Kindererholungsheimen mit 6-Wochenkuren, in ähnlicher Weise angsterzeugend und gewalterzeugend auf Kinder und Personal gewirkt haben.

50 Jahre lang war der Diskurs zu Kindererholungsaufenthalten durchgehend positiv besetzt, Heimbetreiber, Mitarbeitende dieser Institutionen feierten ihre eigenen positiven Erinnerungen. Sie tun das noch. Ehemalige Mitarbeiter kommen mit Fotoalben und zeigen lachende Kinderfotos herum, sie beschreiben, wie gut der Zusammenhalt der Mitarbeitenden untereinander war, oft erzählen sie, wieviel sie miteinander gelacht haben und wie fröhlich alles war. Wir als Betroffene ertragen solche begegnungen und Erzählungen nur sehr schwer. Aus der gleichen Zeit, wo wir die schmerzhaftesten Erinnerungen in uns haben, erzählen sie vom Spaß, den sie untereinander und mit den Kindern hatten. Unseres Erachtens ein Zeichen für Abspaltung von traurigem Kindeserleben, dass sie damals übersehen haben und heute nicht wahrhaben wollen, für das Fehlen von Empathie, für ein nachträgliches „Schönen“ dieser Zeit. Wir freuen uns über jede Mitarbeiterin, die ihre Zeit damals kritisch hinterfragt, oder die ihr damaliges Vorgehen gegen die Kinder bereut, solche Briefe erreichen uns, das bewegt uns tief. In Bädermuseen und Elternratgebern war man viele Jahrzehnte lang des Lobes voll, kritische Worte, wie etwa Eltern- oder Erzieherbeschwerden oder auch kinderärztliche Kritik wurden fünf Jahrzehnte von Heimbetreibern und Behörden nur wenig beachtet, sie wurden bagatellisiert und sogar bekämpft (Röhl, A. in Sozialgeschichte offline, 2022, Heft 31/2022, S.61-100Kindererholungsheime als Forschungsgegenstand. Erwachsene Zeitzeugenschaft am Beispiel eines Beschwerdebriefes im Adolfinenheim auf Borkum, auchonline verfügbar)

Nun, wo sich das erste Mal, nach 50 Jahren, die Betroffenen selbst zu Wort melden, brechen oftmals lange verdrängte Erinnerungen an Beschimpfungen, Schmerzen, Scham, Angst und Gewalt auf. Manche Menschen beschreiben dabei detaillierte Szenen in Ess- und Schlafräumen und wissen noch, wo ihr Bett stand und wie an einem bestimmten Tag das Licht durch die Vorhänge fiel. Sie beschreiben Gerüche, an den Schlafsaal, den Waschraum, das Essen, Farben, gestochen scharfe Filmszenen ihrer traumatischen Erlebnisse und erleben dabei erneut tiefe Gefühle von Angst und Bedrohung. Andere haben schwere Körpersymptome und Alpträume, die sich durch bestimmte Fakten auf Verschickungserfahrungen zurückführen lassen. Sie alle erleben einen ungeheuren Kräftezuwachs aus dem Gefühl, nicht mehr allein mit ihrem Leid und nicht schuld daran gewesen zu sein, sie engagieren sich in gegenseitigem Austausch, in Beratung, Vernetzung und recherche, sie streben dazu an, mehr über diese Einrichtungen herauszufinden.

Anja Röhl, Christiane Dienel, für den AEKV e.V., dem wissenschaftlichen Begleitverein der Initiative Verschickungskinder e.V.

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Wilfried Rudolf Franke aus Gönnersdorf/Vulkaneifel schrieb am 22.05.2023
Ein sehr schweres Erleben hatte ich, als ich erst 9 Jahre alt war. Just heute, am 22.5.2023, fand ich „zufällig“ im Internet viele Seiten über das Thema „Verschickungskinder“ in den 1960er bis 1980er Jahren. Ich dachte bisher, dieses Thema gut verarbeitet zu haben, doch erfasste mich mit 66 Jahren das Leid von damals so sehr, dass es mich völlig fassungslos ergriff und die damaligen Gefühle und Erfahrungen wieder in Tränenausbrüchen hoch kamen. Offenbar sitzt das Trauma von damals noch tief und muss von mir noch bearbeitet werden. Was war geschehen? Wohl auch durch die Wohnverhältnisse in kalten Wintern ohne Wärme in eiskalten Zimmern zu schlafen, hatte ich öfter Husten auf den Bronchien festsitzen. Die Ärzte und Jugendämter empfahlen damals Eltern, wenn die Kinder oft husteten, wie ich, oder als zu dünn oder zu dick erachtet wurden, eine sogenannte Kindererholungszeit mit Luftveränderung, also möglichst weit weg. Laut Internet begann man erst seit 2017 so richtig diese Kinderquälereien aufzuarbeiten, wobei ich noch bei den Glücklichen war, nicht sexuell misshandelt oder geschlagen worden zu sein, und auch keine Pillen zu Versuchszwecken einnehmen musste, was man von anderen derartigen Heimen liest. Ich wurde für 6 Wochen ins Allgäu „verschickt“, in das Kinderkurheim Sonnenhang bei Oberstdorf. Mein Vater brachte mich von Orsberg nach Koblenz zum Bahnhof. Ab da fuhr ein Zug ohne umzusteigen nach Kempten im Allgäu, dann ging es mit einem Regionalzug weiter. Meine Eltern hatten mir einen vollen Koffer mit Kleidung und Handtücher gepackt, der beim Ankommen sofort weggeschlossen wurde. Nur Zahnbürste, Zahnpasta, ein Stück Seife und einen Schlafanzug durfte ich herausnehmen. Innerhalb der für mich endlosen 6 Wochen wurden wir einmal an die Koffer gelassen, um uns Wechselkleidung heraus zu holen. Somit brachte ich fast alles ungetragen wieder mit nach Hause. Wir wurden 6 Wochen eingesperrt, mit Bewegungsfreiheit nur im Schlafsaal mit mindestens 10 Etagenbetten und einem Aufenthaltsraum für tagsüber. Die andere Abwechslung war der Gang zum Essen, was möglichst billig zusammen gekocht wurde. Als ich mir erlaubte, an einem nicht so traurigen Tag in meinem Befinden einen Witz über das Essen zu machen, wurde ich sofort heftigst zurecht gestaucht, dass ich nie mehr einen Mucks sagte. Ich schaute Tag für Tag durch verschlossene vergitterte Fenster in die schöne Schneelandschaft, in die wir in 6 Wochen dreimal für eine halbe Stunde raus gelassen wurden. Wir bettelten anfangs täglich, raus in den Schnee zu dürfen, was sich schnell legte, da wir stets ein nein zur Antwort bekamen. Kurz vor Heimreise gab es den einzigsten Spaziergang runter ins Dorf, für ein Mitbringsel für zu Hause zu kaufen. Es kümmerte sich niemand um uns, es gab kein Programm und wir lebten eingesperrt und völlig verwahrlost. Die Zimmer wurden nicht kontrolliert, gefegt oder neue Bettwäsche aufgelegt. Wöchentlich mussten wir einmal eine Karte nach Hause schreiben und ich schrieb, was los war und dass es mir überhaupt nicht gefiel und ich riesiges Heimweh hatte und mich völlig allein gelassen fühlte. Solch eine ehrliche Beschreibung wurde sofort zensiert und nicht verschickt. Ich erhielt meine Karte zurück mit der Aufforderung, ausschließlich zu schreiben, dass es schön sei. Anderes werde nicht verschickt. Ab da musste ich jede Woche den gleichen Satz schreiben, es wäre schön. Meine Eltern wunderten sich über meine Einsilbigkeit ohne wirklich Schönes zu erzählen. Ob durch die psychische Belastung oder/und schlechtes Essen bekam ich jedenfalls eines Nachts einen derart dünnen Durchfall, dass ich nicht schnell genug aus dem Bett zur Toilette kam. Aus mir schoss die ganze stinkende Brühe bereits im Bett. Ich schlief in der Ecke hinten links im oberen Bett. Mein Schlafanzug war voll verschissen und das Bett, Oberbett, Bettlaken und Matratze und es stank fürchterlich. Ich ging mit wenig Licht der Notbeleuchtung zum Klo und wischte mit viel Klopapier meinen Schlafanzug und meine Haut so trocken, wie es notweise ging und legte mich wieder schlafen ins nasse Bett. Von da an lag ich jede Nacht bis zur Heimreise in diesem stinkenden Bett. Wenn ich mich recht erinnere, wurde mir ein weiteres Öffnen meines Koffers für einen reinen Schlafanzug verwehrt und ich traute mich nicht, den Vorfall zu berichten, da das gesamte Personal so unfreundlich war und nur schimpfte. Die Stunden und Tage und Wochen vergingen soooo langsam, dass ich verzweifelt nach einem Plan suchte, aus diesem Gefängnis auszubrechen und zu einem Bahnhof zu gelangen, um irgendwie nach Hause zu kommen, doch es gab keine Lösung. Die Türen wurden stets abgeschlossen wie in einem Gefängnis und alle Fenster waren vergittert. Die Fenster selbst mussten geschlossen bleiben, damit die Heizung nicht zu teuer liefe. Irgendwann endeten diese traumatischen 6 Wochen und die lange Zugfahrt nach Hause stand an. Was hatte ich alles meinen Eltern zu erzählen über die Wahrheit dieser Quälerei und durch meinen Kopf liefen die Berichte an sie zu Hause in der großen Hoffnung, dass das Erlebte geahndet wird, dass meine Eltern etwas unternahmen, sich beschwerten und damit andere Kinder vor diesem Heim warnten und schützen würden. Ich hatte meine Eltern so sehr entbehrt und hoffte so sehr auf deren rückwirkende Unterstützung für mich, ihren Sohn. Sie hörten sich meine Berichte an mit einem ah, deshalb kam immer nur derselbe Satz in der wöchentlichen Karte, die ich schreiben musste. Ich durfte mich nicht weigern, nach Hause zu schreiben. Ich musste schreiben und ich musste lügen. Meine Eltern sahen auch am fast unberührten Kofferinhalt, dass ich Recht hatte mit meinen Beschwerden, wieso sollte auch ein kleiner 9-Jähriger Junge sich kriminelle Geschichten erfinden? Und dann erlebte ich den zweiten Schock nach diesem langen Martyrium, indem meine Eltern sich nicht empörten und nicht vorhatten, sich für meine Behandlung und den Skandal zu beschweren. Ich konnte es nicht fassen und war erneut am Boden zerstört, fühlte mich nach dem Verlassensein in diesem Heim nun von meinen Eltern zu Hause verlassen, die förmlich desinteressiert waren, was mir passiert war.
Ich dachte, dieses Trauma gut weggesteckt zu haben, und ich war heute nach 57 Jahren sehr erstaunt, dass dieses Leid so sehr in mir hochkam, als ich im Internet davon las, dass dies kein Einzelschicksal von mir war, sondern eine Kinderquälerei sonders gleichen in weit mehr als 1.000 derartiger „Heime“ in Deutschland, dass mir die Stimme zitternd wegblieb, die Tränen liefen und mir erstmal ein Kaffee zur Stärkung angeboten wurde, wo ich mich gerade zu Besuch befand.
Kontakt Wunsch: Keine Angaben
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2 Kommentare

  1. Liebe Evelyn, ich verstehe dich, aber wir, die wir in der Öffentlichkeit stehen, müssen belegen, dass es die vielen Betroffenen gibt. Dafür gibt es ja das Portal: ZEUGNIS ABLEGEN, da kann man ja sehen, dass es um viele Menschen geht, die dieselbe Erfahrung gemacht haben. Dafür gibt es unsere Fragebögen. Wir versuchen viel und kämpfen mit Argumenten. Und ein Denkmal ist ein Denkanstoß für viele Unbeteiligte und besser als in den Museen weiterhin nur Positives zu den Verschickungen zu lesen. Grüße, Anja

  2. Ich bin sehr entrüstet darüber dass es Menschen gibt die diese vielen Tatsachenberichte betroffener Kinder/ Menschen überhaupt anzweifeln oder versuchen ins lächerliche zu ziehen indem sie gegenteiliges behaupten oder diese Verbrechen abzumildern. Ich benutze absichtlich den Begriff ,,Verbrechen „, denn nichts anderes sind diese Taten und Missbräuche an Kindern bzw. in
    diesem Fall sogar schutzbefohlener Minderjähriger!!!
    Ich bin selbst betroffen und ich habe nun schon mein ganzes Leben mit den Folgen zu kämpfen. Ich bin seitdem einfach noch kränker geworden.
    Ich kann gar nicht nach Borkum fahren und mir Denkmäler begucken. Ich müsste mich übergeben wenn ich an den Ort zurückkehren müsste an dem die Weichen meines Lebens so verderblich gestellt worden sind.
    Hier wurden systematisch Kinderseelen zerstört mit negativen Auswirkungen
    für den Rest des gesamten Lebens.
    Was ??? frage ich jeden Einzelnen…was soll das wieder gut machen???
    Ich bewundere diejenigen die ihre Geschichte und die Geschehnisse
    in die Öffentlichkeit getragen haben und ans Tageslicht gebracht haben…
    Ich habe das Trauma mein ganzes Leben bis Heute nicht überwinden oder aufarbeiten können, trotz Therapien.
    Und…ich verachte diese Menschen die daher kommen und meinen sie könnten diese fürchterlichen Tatsachen, Verbrechen und Leid, einfach verharmlosen oder anzweifeln.
    Weiterhin bin ich der Meinung dass dieses ganze Land und dessen Regierung für diese Schande geradezustehen hat.
    Nicht wir die Betroffenen müssen um Anerkennung betteln!!!

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