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  • Jari Banas zeichnet Bilder von Verschickungs-Erlebnissen

    Jari Banas zeichnet Bilder von Verschickungs-Erlebnissen

    Für mögliche Veröffentlichungen von Erinnerungen und Geschichten der Verschickungskinder, oder auch für Ausstellungen zu diesem Thema, erarbeitete Jari Banas 60 illustrierende Zeichnungen zu den wichtigsten Themen der Verschickungsthematik. Er hat dies aus Empörung über das Schicksal dieser Kinder getan. Grundlage seiner Arbeit sind die frei zugänglichen Kommentare unter ZEUGNIS ABLEGEN. 

    Seine Zeichnungen wollen aufrütteln und das Unrecht bewusst machen, Sie eignen sich als Karikaturen und Buchillustrationen, sie wollen Nichtbetroffene erreichen und die Gewalt in diesen Institutionen vielen Menschen bewusst machen. Sie verarbeiten das Thema der traumatischen Erlebnisse in den Verschickungsheimen karrikaturhaft verzerrt. Jedoch entwickeln seine Protagonisten auch Kraft.  Seine Bilder sind farbig.

    Hier einige Beispiele:

  • Aktenfunde zum Thema Kinderverschickung katalogisiert und online gestellt in NRW

    Aktenfunde zum Thema Kinderverschickung katalogisiert und online gestellt in NRW

    Zunächst haben sich in Archiven nur wenig Akten gefunden, mittlerweile findet sich immer mehr an. Das ist der wachsenden öffentlichen Aufmerksamkeit zu verdanken, die wir als Betroffene jetzt seit drei Jahren hergestellt haben. Neben dem Landes-Archiv in Baden-Württemberg hat nun das Archiv Land Westfalen Lippe (LWL) gehandelt.

    Es wurde nun der für die Kinderverschickung relevante Teil seines Bestandes 620 im Archivportal NRW online gestellt: Es handelt sich um die folgenden Aktenbestände, sie sind

    hier

    herunterzuladen. Dazu weitere Infos auf der Startseite des Archivs LWL

    Wir danken dem Archivamt für diese so notwendige Arbeit sehr. Die Recherchegruppe aus NRW kann jetzt tätig werden, aber auch andere sind herzlich dazu eingeladen. Es gibt dort sehr interessante Aktentitel, die für unsere Recherchegruppen, und auch für Forschende aus allen Disziplinen von großem Interesse sein könnten.
    Die Akten sind allgemein zugänglich, im Lesesaal über diesen Kontakt benutzbar

  • Doku Verschickungskinder vom Februar hat inzwischen 5000 Kommentare

    Doku Verschickungskinder vom Februar hat inzwischen 5000 Kommentare

    Es begann 2019 mit Filmbeiträgen von 9 Minuten, heute, im Februar 2022, ist die Dokumentation von Philipp Reichert auf einen 45-Minuten-Beitrag angewachsen. In dem Beitrag berichtet der Journalist, der zu großen Teilen mit Ulrich Neumann (inzwischen in Rente)zusammengearbeitet hat, sehr sensibel und einfühlsam über seine Recherchen zum Thema, und gibt Verschickungskindern damit eine wertvolle Stimme. Und was wir erstaunlich fanden: Über 5000 Menschen kommentierten mit eigenen, immer weiteren traumatischen Erlebnisberichten. Der Beitrag steht noch ein Jahr im Netz:

    Hier

    zum Runterladen!

    Bis in die 1980er-Jahre wurden Millionen Kinder in Heil-Erholungskuren geschickt, ein gigantisches staatliches Gesundheitsprogramm. Doch viele von ihnen wurden systematisch gequält und misshandelt und leiden noch heute. Leider werden die Geschehnisse erst langsam aufgearbeitet.

    In einzelnen Bundesländern beginnt nun die Vergabe von Forschungsprojekten, in zwei Ländern wurde auch schon ein wenig die Vernetzung unterstützt. Jedoch wird den Betroffenen, die die Forschung angeschoben, initiiert und begonnen haben, und sich für eine bundesweite Aufarbeitung und eine Bürgerforschung einsetzen, bisher nur wenig Hilfe und Unterstützung zuteil. Das ist ein Skandal.

  • Was habt ihr mit uns gemacht? Verschickungskinder fordern Aufklärung

    Was habt ihr mit uns gemacht? Verschickungskinder fordern Aufklärung

    Einen sehr guten Hörfunkbeitrag über Bad Dürrheim, findet ihr hier mit Sabine Wisbaer, Christiane Dienel und vielen weiteren Aktiven von uns, der Bürgermeister entschuldigt sich, aber das DRK will zunächst nicht mit Betroffenen sprechen. Trotzdem die Kenntnisse über den Leiter der Kinderheilstätte Bad Dürrheim, den Verschickungsfunktionär des Sep -Folberth-Buches, der den Strafenkatalog erfand, und bundesweite Fortbildungen dazu anbot, Dr. Hans Kleinschmidt, schon jetzt weit über ein Jahr alt sind, und immer weitere schlimme Einzelheiten ans Licht kamen, will das DRK als Träger noch keinerlei Kenntnisse über Herrn Dr. Hans Kleinschmidt haben. Wichtige Worte zu unseren Forderungen, sehr brandneue Informationen, danke an alle Beteiligten, hört rein, hier:

  • Der Plumpsack geht um“ – Hörspiel ist online gegangen!

    Der Plumpsack geht um“ – Hörspiel ist online gegangen!

    Seit wenigen Tagen ist das Hörspiel, das mit Hilfe unserer Landeskoordinierenden aus Niedersachsen, Sabine Schwemm zustande gekommen und auf dem Borkum-Kongress in Gänze zu hören war, nun auch online gegangen: “Der Plumpsack geht um” ist auf dem Soundcloud-Kanal von Radio Okerwelle veröffentlicht, hier der komplette Link: https://soundcloud.com/okerwelle/sets/der-plumpsack-geht-um.

    Dort kann nun das Stück dauerhaft und kostenlos angehört werden und erreicht hoffentlich noch viele Hörer*innen.   Wir würden uns freuen, wenn das Hörspiel in vielen Gruppen geteilt wird, es berührt und hilft uns bei der Öffentlichkeitsarbeit, damit noch viele Menschen vom Schicksal der Verschickungskinder erfahren.

    „Der Plumpsack geht um“ – Hörspiel über Verschickungsheim Waldhaus in der Mediathek

    Der Plumpsack geht um erzählt die wahren Erlebnisse von Sabine Schwemm im Waldhaus (Bad Salzdetfurth) und ist damit das erste Hörspiel, das sich der Thematik Kinderverschickung annimmt. Im Mai wurde die mit für den Niedersächsischen Medienpreis nominierte Produktion erstmals auf Radio Okerwelle ausgestrahlt und kann mittlerweile in der Mediathek hier angehört werden.

    Die Geschichte
    Bad Salzdetfurth, 1968. Jede Nacht wieder flieht Sabine in ihren Träumen vor dem schwarzen Monster. Jede Nacht wieder sieht sie die dunklen Flure des Waldhauses, wo die 4-Jährige zur Kinderkur war. Doch statt einer erholsamen Weihnachtszeit warteten dort brutale Züchtigung, schlechtes Essen und die Verse eines Kinderliedes, die Sinnbild für den Schrecken im Waldhaus wurden. Die Erinnerungen haben sich tief in das Unterbewusstsein von Sabine gebrannt und sie kehrt traumatisiert zur Mutter nach Hannover zurück. Das Mädchen spricht nicht mehr, nimmt kaum noch Essen zu sich und schweigt beharrlich über die Vorgänge im Kinderkurheim. Auch dem zugerufenen Kinderarzt öffnet sie sich nicht. Denn die Tanten haben ihr gedroht – wenn sie etwas über die Vorgänge erzählt, dann holen sie sie zurück. Zurück ins Waldhaus.

    Hintergrund
    Wer heute an der Stadtgrenze von Bad Salzdetfurth entlangläuft, den erinnert nichts mehr an das abgerissene Waldhaus, das sich dort mit Blick über die Kurstadt erhob. Dabei wurden hierhin in der Nachkriegszeit unzählige Kinder geschickt, um sich an der frischen Luft zu erholen und dank ausgiebigen Essen zu neuer Stärke kommen. Doch im Herbst 2019 erregten Erlebnisberichte von Zeitzeug*innen Schlagzeilen. Sie berichteten vom Waldhaus als Ort des Schreckens, von den schlimmsten Wochen ihres Lebens. Hörspielmacher Silas Degen lebt nur zwei Straßen vom ehemaligen Waldhaus entfernt und hat in enger Zusammenarbeit mit Zeitzeug*innen das erste künstlerisch-akustische Kunstwerk erarbeitet, das Einblicke in das Leid der Verschickungskinder gibt. Den historischen Figuren leihen prominente Synchronsprecher*innen wie Eckart Dux (dt. Stimme von Anthony Perkins & Ian McKellen) und Uta Hallant (dt. Stimme von Audrey Hepburn & Glenn Close) ihre Stimmen. Im Sommer war „Der Plumpsack geht um“ auf mehreren Festivals zu sehen, wurde unter anderem für den „Internationalen Hörspielpreis“ des Leipziger Hörspielsommers und den „Niedersächsischen Medienpreis“ nominiert und Landessieger beim „Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten“.

    Mitwirkende
    Doktor – Eckart Dux
    Oberschwester – Uta Hallant
    Böse Tante – Regina Lemnitz
    Nette Tante – Sonja Deutsch
    Köchin – Ulrike Stürzbecher
    Knecht Ruprecht – Martin Semmelrogge
    Pfarrer – Werner Wilkening
    Nachrichtenredakteurin – Gundula Gause
    Mutter – Sabine Arnhold
    Vater – Lothar Blumhagen
    Sabine – Milena Luisa Rybiczka
    Werner – Patrick Baehr
    Kind mit den roten Augen – Milo Eisenblätter

    Buch, Regie & Schnitt  – Silas Degen
    Regieassistenz – Sebastian Barnstorf
    Dramaturgie – Dr. Ulrich Neumann
    Technische Realisation – Christian Falk, Jonathan Wagner, Mirko Hrdy & Oliver Ilnicki
    Musik – Torsten Sense

    Mit Unterstützung von:
    Hildesheimer Blindenmission • Westdeutscher Rundfunk • Zweites Deutsches Fernsehen • Media-Paten • 2day Productions-Studio Berlin • Flüsterfunk Hannover

    Kontakt zum Autor und Regisseur Silas Degen: silas@jungepresse-online.de

    „Der Plumpsack geht um“ auf dem Soundcloud-Kanal von Radio Okerwelle, hier nochmal der komplette Link: https://soundcloud.com/okerwelle/sets/der-plumpsack-geht-um.

  • Wir Verschickungskinder

    Wir Verschickungskinder

    Viele Millionen Mädchen und Jungen sind bis Ende der 1980er Jahre in der Bundesrepublik allein auf Kur gefahren. Dort haben sie teils traumatische Erfahrungen gemacht. Die TAZ- Autorin Sabine Seifert begibt sich mit viel Einfühlung auf Spurensuche. Sie selbst war eine davon. Hier der Artikel zum Lesen.

  • Eine Borkenerin erinnert sich…

    Eine Borkenerin erinnert sich…

    So titelt ein aktueller Doku-Film über das Verschickungsheim Bonn Oberkassel, dort werden Barbara Thiele und Detlef Lichtrauter interviewt und es wird über ihre Erlebnisse und die Misstände in Bonn-Oberkassel exemplarisch berichtet. Der Film ist Teil einer breiten Pressekampagne in NRW, es heißt dort: „Die Eifel, Norderney, Wyk auf Föhr und der Schwarzwald sind beliebte Urlaubsregionen. Aber für viele Deutsche mit schrecklichen Erinnerungen verbunden. Jahrzehntelang wurden Kinder dorthin verschickt, um sie nach dem Zweiten Weltkrieg aufzupäppeln. Aber die Kur wurde oft zur Qual. Viele wurden misshandelt, geschlagen, sexuell missbraucht. Lange wurde über die Zustände in den Heimen geschwiegen. Aber jetzt wollen immer mehr ihr Leid öffentlich machen“. Es tut sich überall etwas, informiert eure Landes-Presse, regt Anträge über die Parteien an, die sie in eure Länderparlamente einbringen. Unser Leid wird immer mehr anerkannt! Hier die Sendung. Von RTL West, Journalistin: Tatjana Kurdjumow. Drehort: Bonn-Oberkassel, Kindersanatorium Haus Bernward, Leitung Dr. Otto Müller, Protagonisten: Barbara Thielke, Detlef Lichtrauter

  • SPD-Antrag zur Unterstützung der Initiative Verschickungskinder

    SPD-Antrag zur Unterstützung der Initiative Verschickungskinder

    Foto: SPD-Neukölln

    Die SPD Berlin hat am Sonntag auf ihrem Landesparteitag beschlossen, die Aufarbeitung der Kinderverschickung zu fördern und die Initiative Verschickungskinder zu unterstützen.
    Über den Antrag entscheidet in Kürze der Bundesparteitag der SPD.

    Antrag 98/II/2021
    KDV Tempelhof-Schöneberg
    Der Landesparteitag möge beschließen:
    Der Bundesparteitag möge beschließen:
    Empfehlung der Antragskommission
    Annahme (Konsens)
    Aufarbeitung der Kinderverschickung fördern – Initiative Verschickungskinder unterstützen

    Die Aufarbeitung und wissenschaftliche Erforschung der Kinder-Kurverschickungen in den 50-80/90er Jahren soll mit öffentlichen Mitteln des Bundes unterstützt werden. Ein zu gründender Beirat aus Betroffenen und Vertretungen von Bund, Ländern und Trägern soll über die konkrete Mittelverwendung entscheiden. Die seit 2019 ehrenamtlich tätige Initiative Verschickungskinder erhält eine Förderung zum Aufbau und Betrieb einer selbstverwalteten Anlaufstelle zur Vernetzung und Beratung der Betroffenen.
    Begründung
    Zwischen 1948 und 1981 wurden schätzungsweise zwischen einer und drei Millionen Kinder im Alter von 2 bis 14 Jahren für sechs bis acht Wochen meist ohne medizinische Indikation im gesamten Gebiet der ehemaligen BRD* verschickt. Während der Kuren waren viele Betroffene systematisch nicht kindgerechten Praktiken, Misshandlungen, Demütigungen und Erniedrigungen ausgesetzt. Die Heime hatten i.d.R. keine ärztliche Leitung und kaum pädagogisches Personal. Nach bisherigen Erkenntnissen waren Züchtigungen und Bestrafungen wie Isolation, Essenszwang oder das Verbot, die Toilette zu benutzen, üblich.
    Bei Androhung psychischer und physischer Gewalt war es den Kindern verboten, über ihre Erfahrungen zu sprechen.
    Die Verschickungen betrafen vorrangig das Vorschulalter, mutmaßlich um die Belegung der ganzjährig betriebenen Heime auch außerhalb der Ferienzeiten sicherzustellen.
    Die Kinder wurden ohne Begleitung bzw. Betreuung verschickt. Die Kuren sind im gesamten Bundesgebiet von Ärzt_innen verschrieben und von der Kranken- oder Rentenversicherung finanziert worden.
    Die Träger der Kinderheime, Kur- und Kinderheilstätten waren Privatpersonen, kirchliche und Wohltätigkeitsorganisationen sowie Betriebs- und Kranken-Versicherungsorganisationen. Auch das Bezirksamt Schöneberg unterhielt und finanzierte mehrere Jahrzehnte ein Heim („Haus Schöneberg“) in Wyk auf der Insel Föhr.
    Die Bearbeitung der unzähligen Anfragen einer Vielzahl der Betroffenen und die Auswertung der mittlerweile vierstelligen Anzahl eingesendeter qualitativer Interview/Fragebögen von Betroffenen über die zumeist traumatischen Erfahrungen sind von den ehrenamtlichen Strukturen der Initiative kaum mehr zu bewältigen. Aufgrund der Dimension der Verschickungen und der Verantwortung von Jugendämtern, Trägern und Kassen ist daher eine öffentliche Anerkennung und Förderung der Aufarbeitung notwendig.
    *Ähnliche Erfahrungsberichte von Betroffenen, die in der ehemaligen DDR auf Kuren geschickt worden sind, liegen ebenfalls vor, sind aber aufgrund der Systemunterschiede gesondert zu betrachten.

  • Politische Entscheidung zur Unterstützung der Verschickungskinder in NRW positiv ausgefallen!

    Politische Entscheidung zur Unterstützung der Verschickungskinder in NRW positiv ausgefallen!

    Der Landtag in Nordrhein-Westfalen hat beschlossen, die Geschehnisse in den Verschickungsheimen aufzuarbeiten und Betroffene dabei einzubinden. Dazu soll unter anderem ein Runder Tisch ins Leben gerufen werden, an dem neben Verantwortlichen aus Politik und Gesellschaft auch ehemalige Verschickungskinder mitarbeiten sollen. Der beschlossene Antrag von CDU, SPD, FDP und Grünen sieht vor, dass das Landesministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales Gelder zur Verfügung stellen soll. Auch eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschehnisse in den Heimen soll zeitnah begonnen werden, etwa in Kooperation mit Universitäten.

    Verschickungskinder bewerten Beschluss positiv

    Detlef Lichtrauter, Landeskoordinator der Initiative Verschickungskinder und erster Vorsitzender des Landesverbandes AKV – NRW e.V., bewertet den Beschluss positiv. „Das ist ein deutliches Signal und geht weit über die bloße Anerkennung des Leids hinaus, das viele Verschickungskinder erfahren mussten“.  Wichtig sei nicht nur die finanzielle Förderung, sondern vor allem auch die Einrichtung des Runden Tisches, an dem Betroffene mitarbeiten sollen. „Es ist entscheidend, dass wir mit am Tisch sitzen“, so Lichtrauter. Er sei optimistisch, dass die Beschlüsse des Landtages zeitnah umgesetzt würden.

    Hier dazu die Presse-Meldung von Report Mainz!

  • Sechs Wochen Angst: Albtraum in bayerischen Kinderkurheimen

    Sechs Wochen Angst: Albtraum in bayerischen Kinderkurheimen

    Das Kinderkurheim am Schmalensee heute


    Der Journalist Christian Stücken, selbst Verschickungskind, hat ein Jahr lang recherchiert und einen einfühlsamen Film gedreht, schaut ihn euch an, teilt ihn, wenn er euch gefällt, überzeugt Eure Freunde, dass auch sie sich für unsere Ziele einsetzen: Unterstützung vom Bund für unsere historisch wichtige Recherche und der bisher vollständig ehrenamtlichen Aufarbeitungsbemühungen zahlloser aktiver Betroffenen: https://www.br.de/mediathek/video/kontrovers-die-story-sechs-wochen-angst-der-albtraum-in-bayerischen-kinderkurheimen-av:614b211581309e0007fc889d

    Als Ergänzung zu den im Film vorkommenden Bayerischen Heimen: Über das Kinderkurheim Haus am Schmalensee haben wir auch noch das Zeugnis von Jürgen, dem Sohn einer Köchin, die dort 1972 gearbeitet hat. Er erzählt, die Heimbetreiberin hat sogar ihre drei Hunde manchmal auf die Kinder gehetzt, die waren auf Menschen abgerichtet und seine Mutter musste ihnen zu Weihnachten Truthahn vorsetzen, während sie für die Kinder nur Billigstes zusammenkochen durfte. Die Heimbetreiberin hat, neben anderen Schikanen und Quälereien, einmal einen herzkranken Jungen zur Wanderung gezwungen, der danach beinahe gestorben wäre, sie war eiskalt, ohne jedes Mitleid, erzählt er, es sei die Hölle dort gewesen. Auch aus Murnau am Staffelsee gibt es zahlreiche Zeugnisse, in einem schreibt Renée, wie sie so entsetzlichen Durst litt, dass sie das Wasser aus Blumenvasen und Kloschüsseln trank, und dafür zur Strafe jeden Nachmittag, über den gesamten Mittagsschlaf hin, in einen Schrank gesperrt wurde. Das passierte 1969. (Beides in ausführlichen Porträts dokumentiert im neuen Buch: Heimweh-Verschickungskinder erzählen). Auch zu Bayern könnten Betroffene von Kinderverschickungen der 50-80/90er Jahre ein dickes Buch schreiben, einige Aktive arbeiten schon daran, ihre Berichte und Recherchen sind erschütternd, nichts ist bisher aufgearbeitet, ein Runder Tisch unter Einbeziehung der Betroffenen wäre auch hier dringend notwendig!

    Hier ist noch eine dazu ergänzend gelaufene nicht minder interessante Hörfunksendung:

    https://www.br.de/mediathek/podcast/radioreportage/wehrlos-im-erholungsheim-was-verschickungskinder-in-bayern-erlebt-haben/1841425