Zeugnis ablegen

ZEUGNIS ABLEGEN – ERLEBNISBERICHTE SCHREIBEN

Auf dieser Seite schreiben Menschen ihre ERLEBNISBERICHTE, die als Kind in Verschickungsheimen schmerzhafte, angsterregende und traumatische Dinge erlebt haben. Sie schreiben sie, damit man ihnen glaubt und damit sie sich nicht mehr allein fühlen. 

Es haben spontan bereits über 1600 „Verschickungskinder“ solche Erlebnisse in Verschickungsheimen geschildert. 

Wer seine Erlebnisse schildert und sie damit der Öffentlichkeit freigibt, legt Zeugnis ab und hilft mit, dass wir mit unserem Leid Glaubwürdigkeit bekommen und unsere Erlebnisse nicht mehr als Einzelfälle verharmlost werden können. 

Welche sich an der von uns selbst bestimmten Forschung beteiligen wollen, gehen auf FRAGEBOGEN und nehmen dann Teil an der ersten empirischen Studie zu diesem Thema.

Großes Danke an alle, die uns damit ihr Vertrauen erweisen und hier Ihre Berichte und Erlebnisse aufschreiben! Ihr seid damit aufgenommen in die “Initiative Verschickungskinder“, die sich momentan gerade strukturiert und bald in jedem Bundesland Ansprechpartner-Betroffene haben wird.

Bitte beachten:

Da unsere Seite: ZEUGNIS ABLEGEN eine Belegsammlung ist und bleiben soll, viele aber das starke Bedürfnis nach Kommunikation haben, und das zunehmend auf ZEUGNIS ABLEGEN durch Fragen und Antworten und Statements befriedigen, wird jetzt hier von uns in Kürze ein Kommunikationsforum eingerichtet, über die man diesem Bedürfnis besser gerecht werden kann. 

Wir freuen uns über Spenden:

https://www.betterplace.me/projekt-verschickungskinder

Kontakt über: info@verschickungsheime.de

**

Hier liegen alle früheren Kommentare bis Juli 2019:  www.anjaroehl.de/verschickungsheime/ auch hier: http://www.anjaroehl.de/wyk-auf-fohr-–-verschickung-erinnerung-und-schmerz/

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Karina Kammeritsch
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Karina Kammeritsch

Ich muss da mal ein wenig ausholen. Wie gesagt, 1968 kam ich nach meiner Erkrankung für 6 Wochen zur “Erholung ” nach Amrum. Es war ein Haus des DRK’s. Zeitgleich wurde der kleine Sohn der Nachbarn dorthin verschickt. Der war ca 2 1/2-3 Jahre alt. Eigentlich dachten unsere Eltern, dass wir zusammen bleiben würden. … Jedenfalls stand ich mit einigen anderen Kindern und dem Kleinen an der Hand auf dem Bahnhof , jedes Kind mit einem Pappschild um den Hals und wartete auf den Sammelzug nach Amrum. Die Betreuer hatten uns in Empfang genommen und die Eltern nach Hause geschickt.… Weiterlesen »

Barbara
Gast
Barbara

Ich war ca. 1969 und ca. 1975 in Bad Dürrheim. Ob es das gleiche Kindersolbad, wie das genannte war, weiß ich nicht, aber ich vermute es. Auch mich haben diese Aufenthalte stark geprägt.

Stefan Mahlstaedt
Gast
Stefan Mahlstaedt

Hallo, schon lange frage ich mich, ob es für mich oder auch andere hilfreich wäre, sich zu dem Thema Heimverschickung zu vernetzen. Nun habe ich kürzlich über eine Arbeitskollegin von dem Kongress auf Sylt gehört. Immer noch ein wenig skeptisch, ob ich mich wirklich mit dem Thema mehr beschäftigen möchte, so weiss ich auch, dass mich die Heimaufenthalte schon sehr geprägt haben mit einer Reichweite bis in mein heutiges Leben. Ich war von 1966 bis 1969 fünf Mal im DRK- Kindersolbad in Bad Dürrheim im Scharzwald. Kennt jemand dieses damals sehr grosse Kinderheim unter dem Chefarzt Dr. Kleinschmidt? Aus heutiger… Weiterlesen »

Bärbel M. Aus Freiburg
Gast
Bärbel M. Aus Freiburg

Ich suche Menschen die wie ich auch in Friedenweiler waren unter anderen Corinna Dietz die hier einen Kommentar gepostet hat deren Kontaktmöglichkeiten ich nicht finden kann.
Bitte melden unter baerbma@gmx.de
Es wäre für mich wichtig mich nicht mehr allein zu fühlen.

Petra Schichtel
Gast
Petra Schichtel

Wer kennt das Kinderkurheim in Waldrennach im SCHWARZWALD? Heimleiter war Herr Nolte. Ich war ca. 1977/78 zum ersten Mal 6 Wochen dort mit 4/5 Jahren. Die Kur wurde von der Knappschaft verschrieben.

Heike Husak (geb. Haab)
Gast
Heike Husak (geb. Haab)

Ich bin Jahrgang 1962 und wurde 1970 zusammen mit meiner Cousine nach Wittdün auf Amrum zur Erholung geschickt. Ich weil ich unter Neurodermitis litt und meine Mutter ins Krankenhaus musste. Wir waren 4 Kinder und ich das Jüngste. Mein Vater und sein Bruder fuhren uns nach Heidelberg zum Sonderzug und ich kann mich noch daran erinnern, dass er mich ganz fest drückte bevor ich in den Zug stieg. Meine Freude an die Nordsee zu fahren war riesengroß. Doch leider hielt die Freude nur bis zur Ankunft am Erholungsheim Nordfriesland. “Tante” Katie hat uns in Empfang genommen und die Zimmer zugewiesen… Weiterlesen »

Bärbel M
Gast
Bärbel M

Bärbel M. aus Freiburg
Durch Zufall habe ich diese Seite letzte Woche gefunden und bin seither sehr emotional bewegt.
Meine Leben hat dieser Heimaufenthalt in Friedenweiler als 6 jährige 1965 sehr negativ geprägt……bis heute!!!!!!!…..mein Wunsch war schon immer auch Betroffenen zu finden um sich sehr vorsichtig auszutauschen………….ich würde mich unendlich freuen wennn wir eine gemeinsame Sprache über unser Erleben finden ..Kontakt baerbma@gmx.de Nur Mut Gemeinsam nicht mehr Einsam!!!!!

.

linnea
Gast
linnea

Ich bin 1977 in Arnsberg geboren und wurde vor meinem Schulantritt für 4 Wochen ins Kinderkurheim Norderney geschickt. Wie ich dorthin kam weiß ich leider nicht, nur dass meine Eltern mich abholten. Vorher wurde ich von der Schwester Oberin eingeschworen, den Eltern nur das Beste über den Aufenthalt zu erzählen. Leider habe ich ein excellentes Gedächtnis und ich erinnere mich an vieles. Sofort am Anfang wurde ich von einem Kind bei unserem ersten Ausflug ins Wasser geschubst. Folglich durften alle Kinder eine Woche nicht an die Nordsee. Die Stimmung war dementsprechend. Wir mussten unser Taschengeld für Süßes ausgeben, damit wir… Weiterlesen »

Anja Korte
Gast
Anja Korte

Ich bin 1972 in Hamburg geboren, muss so ca. 1978 verschickt worden sein, nach Wyk auf Föhr für 6 Wochen. Viel erinnere ich mich nicht. Ich sollte zum Zunehmen, weil ich stark untergewichtig war. Das Essen wurde mir reingezwängt, bis ich es erbrochen habe. Ich musste so lange das Erbrochene essen, bis der Teller leer war. Im Speiseraum gab es mehrere Tischgruppen. An jedem Ende saß eine Tante und sorgte für Ordnung. Ich erinnere große Schlafsäle mit kratzenden Decken (Bundeswehrdecken?) und dass ich durchweg gefrohren habe. Am Abend wurden Hände in Fäustlinge gewickelt, zum Teil am Bett fixiert. Ich weiß… Weiterlesen »

Sonja W.
Gast
Sonja W.

Nachdem ich gestern meinen Fragebogen ausgefüllt habe, schreibe ich nun hier meine Erfahrung: Ich wurde 1989 im Juni für 4 Wochen nach Waltersdorf (Sachsen bei Zittau) in das Kinderkurheim “Rübezahlbaude” geschickt. Ich war gerade 7 Jahre alt und bis zu dem Zeitpunkt ein fröhliches, aufgewecktes Mädchen (so wie es meine Tochter heute ist). Zurück kam ich als ruhiges, in sich gekehrtes und nachdenkliches Kind. Dies erzählte mir kürzlich mein Vati. Was war passiert? Meine damalige kleine Seele muss so sehr verstört worden sein, dass ich mich kaum noch an was erinnern kann. Langes sitzen beim Essen und unbedingt aufessen. Panisch… Weiterlesen »

Frank
Gast
Frank

Ich war als 10jähriger im Weberhäuschen in St. Peter-Ording. Ich habe drei Briefe nachhause geschrieben; der erste wurde mir zurückgegeben. Ich wurde aufgefordert nichts von meinem Heimweh zu schreiben, sondern nur darüber, daß alles schön ist und das Essen gut. Diese beiden Briefe (mit einem Umschlag und der Postkarte des Heims) kamen nach dem Tod meiner Mutter wieder an mich. Ich wußte nicht das sie noch existierten. Ich war Zimmerältester mit lauter Jungs zwischen 7-10 Jahren. Die größte Angst bestand vor dem Bettnässen, denn am nächsten morgen wurde kontrolliert und wer erwischt wurde kam an einen Sondertisch und bekam nur… Weiterlesen »

Angela Nörenberg
Gast
Angela Nörenberg

Kinderverschickung Schloss Ratzenried !!! Wir sind wohl im März bis in den April 1972 da gewesen für 6 Wochen. Wir, das sind meine Brüder Jörn (12), Heiko (9) (2013 verstorben) und meine Schwester Susanne (8) und ich war damals 7 Jahre alt. Meine Mutter erfuhr damals sehr kurzfristig von der Zusage für uns alle 4. Klar, wenn gleich 4 Kinder unter gebracht werden müssen. Verschickt wurden wir über die Post (die sogenannte Postverschickung). Also, ich war schon sehr dünn aber der eigentliche Grund der Verschickung war, das meine Mutter mal eine Auszeit brauchte. Bei 4 Kindern ja auch zu verstehen.… Weiterlesen »

Susanne
Gast
Susanne

Hallo, ich bin 54 Jahre alt, komme aus NRW. Im Jahre 1975 wurde ich sechs Wochen lang nach Oberstdorf, in das Kindersanatorium “Sonnenhang” geschickt. Ich war untergewichtig und oft krank, so die Begründung der Ärzte, auf die meine Mutter, wohlwollend einging. Da könnte ich Kraft und Gesundheit tanken. Vom Horror des Heimwehs mit 9 Jahren, ohne irgendeine bekannte Person, ganz zu schweigen, begann dort der Horror auf eine Weise, wie ich sie vorher und nachher nie erlebt habe. Wir wurden gedemütigt, vor versammelter Mannschaft im Speiseraum vorgeführt, mir wurden Dinge unterstellt, die ich nie im Leben begangen hatte. Trotzdem hatte… Weiterlesen »

Sabine (von den Schönaukindern)
Gast
Sabine (von den Schönaukindern)

Hallo Susanne, wusstest du, dass ausgerechnet im Kurpark von Oberstdorf seit 2007 ein Gedenkstein für misshandelte, vermisste und getötete Kinder steht?
Kennst du die Hintergrundgeschichte?

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Susanne
Gast
Susanne

Hallo Sabine,
nein darüber weiß ich leider nichts. Aber ist Interessant, ich werde ja im Sommer hinfahren und mir das ansehen. Ich hab recherchiert, daß das Gebäude des Kurheimes wohl noch steht, bin sehr gespannt, ob ich es wiederfinde.

Christiane
Gast
Christiane

Danke für Deinen Bericht. Ich war erst kaum 2,5 Jahre als ich nach Reichenhall kam. Durch die Schilderungen kommen auch bei mir die Erinnerungen wieder hoch.
Warum waren die Menschen nur so? Mussten sie ihre Kriegserlebnisse an wehrlosen Kindern ausagieren?

Marion
Gast
Marion

Hallo Susanne,
auch ich, wie früher beschrieben, war mit 9 Jahren, wahrscheinlich 1971, in Oberstdorf.
Erinnere mich auch an Ohrfeigen für Nichtigkeiten.
Keine schöne Zeit.
alles Gute für dich
Marion

Susanne
Gast
Susanne

Ich lese hier viel über Nazi Methoden: Dazu passt es, daß die großen Sammelduschen im kalten, dunklen Keller waren. Das schlimmste war, das wir zwar nach Geschlechtern getrennt, völlig nackt in der Reihe warten mussten, bis wir dran waren.
Wir durften auch nicht alleine duschen, das übernahmen diese groben Frauen. Komisch, was mir jetzt nach und nach wieder alles einfällt.

Kerstin
Gast
Kerstin

Hallo, ich wurde im Alter von 5 Jahren nach Sylt verschickt. Das war im Frühjahr 1976. Einige Erinnerungen sind geblieben. Leider nur negative. Positive Erinnerungen an diese Zeit habe ich gar nicht. Ich erinnere mich an die Vorabuntersuchung. Die fand in Hamburg in den Mundsburg Türmen statt. Es war ein riesen Raum mit vielen Erwachsenen und Kindern. Wir mussten uns dort bis auf die Unterhose ausziehen. Auch ältere Kinder (Jugendliche) mussten das. Dann wurden wir untersucht und befragt, ob wir 4 Wochen verschickt werden wollen. Als 5 jährige hat man wahrscheinlich noch nicht die Ahnung, was 4 Wochen sind. Ich… Weiterlesen »

Armin
Gast
Armin

Hallo, ich war 1964 im Alter von drei Jahren zusammen mit meiner älteren Schwester auf Schloss Katzenelnbogen in Rheinland-Pfalz. Natürlich wurden auch wir, wie so viele andere Geschwister, getrennt. Ich habe nur wenige eigene Erinnerungen an diese Zeit, das meiste weiss ich aus den Erzählungen meiner Schwester. Leider gibt es kaum Informationen dazu im Internet ausser, dass das Schloss 1948 vom evangelischen Hilfswerk zum Kinderheim umgebaut und bis 1972 betrieben wurde. Es wäre sehr schön, sich mit anderen Menschen austauschen zu können, die auch zu dieser Zeit auf Schloss Katzenelnbogen waren. Deshalb wäre ich über eine Nachricht sehr froh und… Weiterlesen »

Michael
Gast
Michael

Das evangelische Hilfswerk hatte sich im Nationalsozialismus sehr vom selbigen vereinnahmen lassen und sich selbst nach dem Krieg für NS-Kriegsverbrecher eingesetzt und ihnen zum Teil eine neue Wirkungsstätte geboten. Zitat: “Das Evangelische Hilfswerk setzte sich nach dem Krieg auch für Internierte ein. Das waren ehemalige Nationalsozialisten höherer Funktion, mutmaßliche Kriegsverbrecher und KZ-Personal. Zu den Hilfsmaßnahmen gehörte auch die Prozesskostenhilfe für die Anklagen vor den Spruchkammern im Rahmen der Entnazifizierung. Viele ehemalige Internierte wurden dann selbst im Hilfswerk aktiv. Im Januar 1948 setzte es sich in einer Denkschrift auch für die Internierten ein, die als mutmaßliche Kriegsverbrecher in die Länder der… Weiterlesen »

Elke Eichhofer
Gast
Elke

Ich war auf Wangerooge etwa 1967 oder 1968, zweite oder dritte Klasse. Ich sollte zunehmen, mir war immer schlecht. Das war wohl der Anlass meiner Verschickung. Ich kann mich an nichts erinnern. Ich weiß nichts von einer Zugfahrt, auch keine Fähre, keine Hin- oder Rückfahrt ist erinnerlich. Ich weiß nur noch, dass die Post zensiert wurde und ich nichts von meinem Heimweh schreiben durfte. Ich weiß noch, das der Arzt bei der Abschlussrunde fragte, wem es denn nicht gefallen hätte. Ich habe mich als Einzige gemeldet und wunderte mich, dass die anderen alles zu toll gefunden haben. Dann war das… Weiterlesen »

Ilona Gruber
Gast
Ilona Gruber

War noch jemand im Landhaus Isolde in Bad Herrenalb?

Ilona Gruber
Gast
Ilona Gruber

kenne ich auch, wurde so ca 1963-64 vom Arzt nach Bad Herrenalb zur Erholung geschickt, da ich zu wenig Gewicht hatte, war 6 Wochen in diesem Heim, das Essen war grauenhaft und wir haben vor Hunger an Papiertaschentüchern geknabbert. Man wurde dauernd bestraft. War auch mehrmals auf der Krankenstation mit Fieber und Erbrechen. Jedes mal wenn ich spucken musste, war ich die Böse und durfte nicht mit den anderen Kindern spielen. Ein Tag vor Ende der Kur haben die Schwestern meine Eltern kontaktiert, dass sie mich abholen sollen wegen Fieber. Mein Vater ist mit meiner Oma gekommen. Kaum war ich… Weiterlesen »

Christine
Gast
Christine

Idee:
Es wäre toll, wenn es eine Suchfunktion gäbe, wo man z.B. den Ort der Kinderkur eingeben könnte um so andere Betroffene finden zu können 🙂

Christine
Gast
Christine

BAD SASSENDORF… Ich war 1978 in BAD SASSENDORF. Werde ich nie vergessen. Mit 6 Jahren, 6 Wochen weg. Erbrochenes essen kenne ich. Abends erklang ein Gong, Dann musste man sofort schlafen. Dann kam eine Person und kontrollierte mittels Taschenlampe ins Gesicht strahlen, wer nicht schläft. Wenn man mit dem Auge gezuckt hat, musste man auf dem Flur stehen. Barfuß. Kalt. Stehen an der Wand… keine Ahnung wie lange. Man durfte nicht einschlafen. Einmal hatte ich beim Urinieren starke schmerzen und Blut im Urin. Ich bat die Erzieherinnen zuhause anzurufen. Ist nie gemacht worden. Später berichtete meine Mutter, sie hätte oft… Weiterlesen »

Willi Schmidt
Gast
Willi Schmidt

Die Geschichte der Verschickung beginnt mit dem Gips-Bett. Ich bin noch sehr klein. Etwas ist schief gewachsen bei mir, die Wirbelsäule ist nicht in der Form, in der sie sein soll, mein rechtes Bein ist länger als das linke. Aber so ein kleiner Körper ist noch dehnbar, kann angepasst werden. Mir wird ein Gips-Bett verordnet. So wird es jedenfalls genannt. Das ist ein weißes, hartes Brett, in leicht gebogener Form, ungefähr so lang wie ich groß bin, mit mehreren blauen Riemen an den Seiten. Das Gips-Bett bekommen wir mit nach Hause und ich muss mich mit dem Rücken darauflegen. Dann… Weiterlesen »

Eva
Gast
Eva

Danke dafür. Wirklich sehr gut geschrieben.

Martina Schröder
Gast
Martina Schröder

Hallo Willi, soeben habe ich deinen Bericht gelesen. Zufällig befinde ich mich in Karlshafen zur Reha. Hast du hier schon mal recherchiert?
Liebe Grüße
Martina

Ilona Gruber
Gast
Ilona Gruber

Hallo,
war vielleicht irgendjemand in Bad Herrenalb? War so 1963 oder 1964 dort zur Erholung.

Lars Hennings
Gast
Lars Hennings

Hallo, für Ihre Sammlung: es gab ein solches Heim in Pelzerhaken, Ostsee, um 1950. (Ich, Jg. ´44, selbst erinnere nur, wir durften nur einmal täflich mit abgezähltem Klopapier nach langem Anstehen hinter eine recht offene Pendeltür, fand es aber insgesamt schrecklich; eine der “Tanten” war halbwegs nett). mfg l.h.

Ilona Gruber
Gast
Ilona Gruber

An das abgezählte Klopapier erinnere ich mich auch noch, und es war elastisch

Ina
Gast
Ina

Ich bin jetzt 54 Jahre alt und wurde vor 50 Jahren im April 1970 zusammen mit meiner Schwester (diese ist 1 Jahr älter als ich) verschickt. Wir waren vom 1. April bis zum 11. Mai auf Amrum, Norddorf, Haus Utjkiek. Ein Bericht meiner Schwester folgt noch, sie ist ebenfalls traumatisiert. Die größte Angst und das Gefühl von Verlassenheit hatte ich während der langen Zugfahrt und nachts. Meine Schwester und ich wurden größtenteils getrennt. Nachts mußten wir regungslos im Schlafsaal liegen und durften uns nicht bewegen. Ich habe auf diese Situation mit Essensverweigerung reagiert und nicht mehr gesprochen. Zur Strafe wurde… Weiterlesen »

Mike
Gast
Mike

Hallo in die riesige Runde! 😳 Erstmal ein großes WOW! Heute bin ich zufällig durch eine Kurzdoku auf dieses Thema gestoßen und mir wird ganz schaurig, dass es so viele Menschen gibt die das gleiche Leid mit mir teilen, welches seit nun 40 Jahren immer wieder Fragen aufwerfend durch meinen Kopf geht. Warum schickt man so junge Kinder sechs Wochen lang auf „Verschickung“ (das Wort ist mir neu in diesem Zusammenhang)? Auffällig ist auch, das es oft Kinder waren die zur Gewichtszunahme dort hingeschickt wurden- wieso? Wurden Eltern dazu gezwungen, oder waren die Fälle freiwillig?… 1980 mit gerade fünf Jahren… Weiterlesen »

Manfred
Gast
Manfred

Hallo Mike, auch mir ist es unverständlich, warum man meist kerngesunde Kinder verschickt hat!! Wahrscheinlich war es irgendwie Mode oder sowas… Ich persönlich hatte ein riesen Glück mit meiner Verschickung, aber eins ist mir bis heute geblieben: zigmal wurde mir vor der Verschickung von meiner Mutter gesagt, wenn du nicht richtig isst, wirst du verschickt! OMG wie blöd und doof ist sowas eigentlich!!! Bis heute verreise ich nicht gerne.

Mike
Gast
Mike

Hallo Manfred! Mir wurde damals gesagt, ich müsse auf Kur, weil ich zu dünn sei. Nur, sechs Wochen ohne ein Elternteil und das (habe ich irgendwo gelesen) schon mit zwei jährigen Kindern?! So jünger die Kinder waren, desto verstörender muss das für sie gewesen sein. Das da manch einer in seinem späteren Leben Ängste, oder ein Unwohlsein vor Reisen usw. entwickelt wundert einen nicht. Ich hatte lange Zeit Probleme mit fremden Menschen. Meine Mutter meinte das ich mich als Kind hinter der Couch, oder in meinem Zimmer versteckt habe, wenn Bekannte kamen. Lange konnte ich auf niemanden zugehen und sprechen… Weiterlesen »

Birgit
Gast
Birgit

Hallo Mike,

weißt du noch, wo das im Allgäu war?
Ich bin auch hin weil ich angeblich zu dünn war. Habe aber wie du Kühlschränke geplündert. Man könnte meinen, man kommt da mit einer ausgewachsenen Essstörung raus. Aber bei mir war es genau umgekehrt: ich habe nicht gegessen, sondern gefressen. Bis ich 35 war und eine Therapie gemacht habe. Danach hat sich mein Essverhalten halbwegs normalisiert und mein Untergewicht auch.

Grüße,
Birgit

Kathi
Gast
Kathi

Kathi Ich war dreimal in in sog. Erholungskuren: Januar/Februar 1960 für 6 Wochen im Haus Gutermann in Oberstdorf (8 Jahre alt) Juli/August 1964 für 6 Wochen im Haus Hamburg in Bad Sassendorf (12 Jahre alt) Juli/August 1968 für 4 Wochen im Haus Schimmelreiter in Wertach (16 Jahre alt) Bei den beiden ersten Aufenthalten war meine ein Jahr jüngere Schwester mit dabei. Im Großen und Ganzen habe ich nur negative Erinnerungen an die Zeiten. Am schlimmsten empfand ich das Fehlen jeglicher Privatsphäre, man war nie für sich allein. Es ging streng zu, aber an Strafen oder gar Schläge bei mir oder… Weiterlesen »

Melanie
Gast
Melanie

Die “klassischen” 6 Wochen Erholungskur, wurden auch für mich zu einer traurigen Zeit meiner Kindheit und eine gefühlte Ewigkeit. Auf Anraten des Kinderarztes wurde ich nach Bad Dürrheim in das Kindersanatorium Luisenheim geschickt, vom 14. Mai bis 25. Juni 1976. 5 Jahre war ich damals alt als ich anreiste, 6 Jahre als ich endlich wieder nach Hause durfte. Zugegebenermaßen war ich vorher recht häufig erkältet und durfte daher auch die ersten Wochen nicht mit in das Hallenbad im Kindersanatorium. Was meine Vormittag sehr einsam machte. Meine Mutter erzählte neulich wie überrumpelt und geschockt sie war, dass sie nicht mit rein… Weiterlesen »

Barbara Frohnwieser
Gast
Barbara Frohnwieser

Ich war ca. 1985 auf Erholungsurlaub am Semmering bei Wien. Es war schrecklich ….. zum Essen wurden wir gezwungen ….. Post wurde abgefangen und andere nach Hause geschickt …. ebenso das Taschengeld weggenommen ….. eine „Tante“ hat mich, weil ich nachts im Bett lag und weinte, in der Finsternis bei den Haaren gepackt und mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen ….. ich hatte soooo Angst vor dem Lichtkegel ihrer Taschenlampe. Wenn ich ihre Schritte am Gang hörte, erstarrte ich und traute mich nicht mal zu atmen …… es gab null Intimsphäre ….. Kloräume ohne Zwischenwände ….. und wir Kinder… Weiterlesen »

Oliver Degen
Gast
Oliver Degen

2 Heimaufenthalte mit ca 6 und 8 Jahren, Juist und Amrum. Durch die kürzlich gesehene Report-Sendung hab ich mich überhaupt erst wieder erinnert. Es fällt mir schwer, darüber zu reden, weil es mich emotional sehr aufwühlt, was mich nach der langen Zeit wirklich überrascht. Ich schaltete den Fernseher ein und sah als Erstes den Interviewten, der Erbrochenes essen musste. Das war auch in meinem 2.Heim Praxis, bin deshalb auch nur mit Angst zu den Mahlzeiten. Strafaufenthalte im kalten Bad, Frühgymnastik in der Kälte, zur Bewegungslosigkeit im Krankenzimmer verdammt, schreiendes Heimweh… eigentlich eine Art Gefängnis….

Monika Winter
Gast
Monika Winter

Mein Zeugnis An häusliche Gewalt gewöhnt – ich hatte aus bestimmten Gründen eine Eßstörung – wurde die Fürsorge informiert und so wurde ich 1962 nach Westherbede verschickt. Es war das Kindererholungsheim der Stadt Bochum in Westherbede. Ich habe keine Erinnerungen an das Tagesprogramm und die Dauer des Aufenthalt. Aber es gibt sehr plastische und auch nebulöse Erinnerungen an das Schlimmste. Das Schlimmste war das Essen. Meist saß ich als Letzte an der rechten kurzen Seite des langen Tisches. Die anderen spielten schon draußen, während ich das Erbrochene wieder essen musste. Ich wusste was geschieht. Die Nonne stand im Türrahmen und… Weiterlesen »

C. Goeden
Gast
Michael
Gast
Michael

Danke für die Verlinkung! Mir persönlich sind diese Zeugnisse bereits bekannt.

Ilka Dreves
Gast
Ilka Dreves

Hallo zusammen, habe bereits den Fragebogen ausgefüllt und möchte hier noch Zeugnis ablegen. Ich war Anfang der 1970 er Jahre als 7 oder 8 Jährige in Oy-Mittelberg im Allgäu zur „ Erholung „. Meine Erinnerungen sind nur schrecklich. Zum Essen gezwungen worden, Pudding mit Haut essen müssen, erbrochenes wieder essen müssen, Mittagsschlaf auf Pritschen für 2 Stunden ohne sich umdrehen zu dürfen, musste 1 Woche die gleiche Unterwäsche tragen, obwohl ich genug dabei hatte, bei Weinen vor lauter Angst und Heimweh im Flur stehen, nachts, nicht auf Clo dürfen, wenn ins Bett gemacht wurde, eiskalte Dusche, Text für Karten nach… Weiterlesen »

Katrin
Gast
Katrin

Ich wurde als 8-Jährige mit einer Freundin zusammen 6 Wochen nach Lenste an der Ostsee verschickt. Das Heim existiert heute noch als Hamburger Schullandheim “Lensterhof”, siehe z.B. https://www.hamburger-schullandheime.de/freizeithaus-lensterhof.html, https://schullandheim.de/index.php/slh-lenste, http://www.ostseefreizeit-groemitz.de/. Ich kann mich an das Gebäude, sogar an den auf einer der Internetseiten verfügbaren Grundriss des Schlafgeschosses erinnern (inklusive des Schlafraumes und Bettes in dem ich schlief). Die folgenden Aussagen basieren sämtlich auf meiner Wahrnehmung und Erinnerung: Der Verschickung vorausgegangen war die in regelmäßigen Abständen stattfindende Untersuchung bei der Schulärztin, die mich „zu dünn“ fand. Ich war tatsächlich sehr dünn, wog nur 22 kg. Ich fand die Idee cool, einmal… Weiterlesen »

Klaus
Gast
Klaus

Hallo Katrin, Ich habe auch noch exakte Erinnerungen an die Gebäude und deren düsteres Innenleben. Habe auch in den letzten Jahren immer mal wieder nach diesem Lensterhof gegoogelt und fand ausschließlich positive Bewertungen. Erst mit dieser Berichtsammlung hier fand ich endlich auch eine Bestätigung, dass ich mir das alles nicht eingebildet oder übertrieben in Erinnerung hatte. Es ist aber sehr schwer und kompliziert hier gezielt zu suchen und sich auszutauschen. Darum würde ich mich über direkte emails aller freuen, die in diesem Lensterhof gequält worden. Anders kann man es nicht beschreiben. @Frau Röhl : Vielen Dank für dieses Forum und… Weiterlesen »

Michael
Gast
Michael

Als sechsjähriger Junge kam ich im Sommer 1970 vor meiner Einschulung aufgrund meines Bronchialasthmas zur sechswöchigen Kinderkur ins sauerländische Brilon. Im “Kindergenesungsheim Dr. S.” wurden wir Kinder gezwungen, unser Essen aufzuessen. Seit meinem dortigen Aufenthalt widern mich heiße Milch (auf der Milch schwimmende Haut), Grießbrei und der Geruch von Milchreis an. Des Weiteren wurde jedem Kind allabendlich im Waschraum ein Teelöffel Honig verabreicht. Diesen Honig musste ich regelmäßig hinunterwürgen. Einmal habe ich ihn erbrochen. Ich musste zwar nicht den erbrochenen Honig auflöffeln, bekam aber einen weiteren Löffel Honig verabreicht, der nach meiner Erinnerung noch voller war als der erste Löffel.… Weiterlesen »

C. Goeden
Gast
C. Goeden

In Brilon im Heim Dr. Selter war ich 1980 als 10-jähriger. Da hat sich seit 1970 offenbar nicht viel geändert. Ich kenne ebenfalls Esszwang, Unmengen widerlicher, lauwarmer Milch mit Haut, Kunsthonig am Abend zur Kariesförderung, Essigwasser am Nachmittag. Ich esse heute weder Honig noch Milchprodukte. Die Bürstenmassage gab es auch noch, allerdings durften wir die Hosen anbehalten und mussten mit freiem Oberkörper im Waschraum antreten. Im Waschraum stand ein großes, ovales Waschbecken mit etwa 10 Wasserhähnen, an welchem auch die tägliche Katzenwäsche durchgeführt wurde. Nach dem Bürsten mussten wir uns mit dem Armen in diesem Becken unter einem Wasserhahn abstützen… Weiterlesen »

Michael
Gast
Michael

Unfassbar! Wenn ich Deine Beschreibung lese, habe ich ein Deja-Vu. Alles ist wieder präsent.

Hermann
Gast
Hermann

Hallo, bin erstaunt, was hier los ist… Auch ich hatte das Thema total verdrängt und erst Heute habe ich mal wieder an diese unerfreuliche Zeit gedacht und bin bei der Recherche auf diese Seite gestoßen. Ich bin Jahrgang 66 und wurde Anfang 1973 im Winter in das Erholungsheim nach Juist geschickt. Hier habe ich auch die Schikanen der “Schwestern” erleben müssen. Auch ich musste vor den üppigen vollen Tellern mehrfach sitzen bis ich sie aufgegessen habe, oder auch nicht. Dann durfte ich nicht an den Aktivitäten draußen teilnehmen. Wenn ich gesagt hatte, dass ich einen bestimmten Brei nicht möchte, hat… Weiterlesen »

Dorothea Harrer
Gast
Dorothea Harrer

In meinem Elternhaus habe ich vor ein paar Jahren sämtliche Briefe gefunden, die ich (1952 geb.) an meine Eltern aus drei verschiedenen Kinderheimen geschickt habe (Borkum 1959 knapp 7-jährig, Scheidegg 1961 9-jährig, Wallgau 1964 12-jährig). Meine Erfahrungen waren sehr unterschiedlicher Art. Scheidegg war übel. Aber ich habe nicht nur die Briefe von mir, sondern auch sämtliche Briefe gefunden, die meine Eltern an mich geschickt haben. Es sind Zeitzeugnisse. Alle Briefe habe ich in den Computer getippt (mit Erklärungen) und würde sie gerne veröffentlichen (ca. 170 Seiten). Hat jemand eine Idee oder kennt jemand einen Verlag, der bereit wäre? Ich habe… Weiterlesen »

Annette
Gast
Annette

Waren Sie in Borkum im Haus Ruhreck?

Britta
Gast
Britta

Ich bin geb 1970 und wurde wegen Krupp ca. 1975 verschickt. Ich habe immer geglaubt, die Kur ist halt doof gelaufen, bis ich auf diese Seite gestossen bin. Wir durften nachts nicht aufstehen um auf die Toilette zu gehen. Dort sass eine Frau und hat uns ins Bett geschickt und gesagt wir sollten still sein, sonst würde man uns unsere Stofftiere weg nehmen. Was sie auch taten. Viele Kinder haben geweint. Ich kann mich an Gestalten vor den grossen Fenster erinnern die wie Gespenster aussahrn. Es hiess, sie holen uns wenn wir aufstehen. Die Kinder die eingenässt haben, mussten sich… Weiterlesen »

Jens
Gast
Jens

Guten Tag, ich bin 1981 im Alter von 10 Jahren ins Allgäu zu einer Kur geschickt worden. Polling in der Nähe des Ammersee geht mir durch´s Gedächtnis. Leider finde ich keinerlei Infos im Netz, ob und was es da gegeben hat, ob es das Kloster war oder eine Einrichtung, die es heute nicht mehr gibt oder ob es dort nur irgendwo in der Nähe war. Meine Eltern waren zerstritten und ließen sich zu der Zeit scheiden. Sowas reißt einem im Alter von 10 Jahren den Boden unter den Füßen weg. Man verliert zumindest erst mal ein Elternteil – so nimmt… Weiterlesen »

Tamara
Gast
Tamara

1981? Ich bin schockiert! Dachte, dass solche Vorkommnisse weit in der Vergangenheit liegen … Wie gut, dass es Menschen wie Anja Röhr gibt, die das analysieren und für uns alle aufarbeiten. Ich befürchte, dass es selbst in der Gegenwart noch ähnlich dramatische Vorfälle gibt. Mich schaudert.

Gina
Gast
Gina

Hallo. Ich bin 1969/1970 aus Lüdenscheid in den Schwarzwald verschickt worden, hatte dort die nämlichen Erlebnisse, die viele Leute hier schon beschrieben haben, suche natürlich auch Menschen mit den gleichen Erfahrungen, erinnere mich leider nur sehr bruchstückhaft. Große Schlafsäle, jede/r versuchte, auf seine Art mit allem klarzukommen, einige wurden aggressiv, teilten selbst das aus, was sie von oben erfahren hatten…Ich zog mich völlig in mich zurück, schaltete mich ab sozusagen…Habe seitdem Essstörungen, weil auch ich gezwungen wurde, aufzuessen, mich erbrochen habe, und dann gezwungen wurde, es…, ach, Ihr wisst ja, was ich meine, mir wird gerade schlecht beim Schreiben.Ich überlege,… Weiterlesen »

Heike Schumacher
Gast
Heike Schumacher

Hallo Gina
War das in Freudenstadt?

Manfred
Gast
Manfred

Hallo, 1965 war ich zur “Verschickung” in Lauterbad, Schwarzwald. Meine Eltern brachten mich früh Morgens zum Bahnhof und dann gings los. Nachmittags kamen wir schließlich an, es war das Albert Schweitzer Haus. Das nächste an was ich mich erinnern kann war ein Spaziergang in der näheren Umgebung, bei dem ich ganz fürchterliches Heimweh hatte. Dieser verflog einige Tage später, denn es gefiel mir zusehends besser dort! Wir waren in einem kleinen Haus untergebracht, an dem die Lauter, ein Wildbach, direkt vorbei rauschte. Die älteren waren in einem größeren Haus direkt gegenüber, es heißt jetzt Hotel Gut Lauterbad. Wir machten Ausflüge,… Weiterlesen »

Tamara
Gast
Tamara

Habe gerade ein kleines, mit einem Bastfaden zusammengebundenes, schwarzes Pappheftchen vor mir. Lange lag es in einer Schublade. Vergrabene schlechte Erinnerungen. Und doch konnte / wollte ich es nicht wegwerfen. Es beginnt mit den handgeschriebenen Worten: “Zur lieben Erinnerung an Deine Erholungszeit im HAUSE BATTENFELD” (in BAD ROTHENFELDE). Ich muss jedesmal schlucken, wenn ich das lese. Das erste Gruppenfoto zeigt lächelnde, winterlich eingemummelte Kinder mit einer Betreuerin. Meinen Eltern wurde zu dieser Kur geraten, da ich angeblich zu dünn war. So wurde ich im Winter, Mitte der 60er Jahre, in den Zug gesetzt. Wir wurden in kleine Gruppen eingeteilt und… Weiterlesen »

Johanna
Gast
Johanna

Liebe Tamara, ich habe jetzt schon viele Berichte hier gelesen. In allen finde ich auch das von mir Erlebte in Ansätzen wieder. Ich war erst 5 und erinnere mich nur an einzelne Ereignisse. In Deinem Bericht aber spüre ich förmlich, wie sich unter der Oberfläche etwas tut; es ganz viel mit meinen eigenen Erinnerungen zu tun haben muss. Danke für Deine offenen Worte und Deine wunderbare Art zu (be)schreiben.

Margarethe 46
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Ich misch mich einmal kurz ein und wünsche ein gutes 2020 ohne Dramen, Panik etc, Auch ich gehöre zu den ehemaligen “Verschickungskindern” aus Hamburg. Ich bin in den Jahren 1955 bis 1960 jedes Jahr währned der Sommerferien in einem anderen “Kurheim” gewesen und hatte wohl sehr viel Glück dabei, denn ich habe – bis auf eine Verschickung nach Cuxhaven – alle genossen. Wir wohnten in den Jahren 1952 bis 1961 in Unterkünften/Wohnlagern in Hamburg. Allesamt ziemlich mies und eng und viele Menschen auf viel zu kleinem Raum. Alkoholiker und Choleriker in der engsten Nachbarschaft. Dazu finanziell ganz weit unten, deshalb… Weiterlesen »

Gerhard
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Gerhard

Ich war mit sieben Jahren 1964 für sechs Wochen in Bad Rappenau, Haus Siloah. Ein halbes Jahr zuvor wurde ich an Ostern eingeschult, so dass ich dann auch in der ersten Klasse eine ordentliche Fehlzeit hatte. Anlass für die Kur war ein chronischer Schnupfen. Die Anfahrt vom Bodensee erfolgte mit dem Zug in Begleitung einer Fürsorgerin und einem zweiten Jungen. Die Fahrt war für mich sehr lange und anstrengend. Wahrscheinlich in Karlsruhe kamen andere Kinder hinzu. Vom Bahnhof in Rappenau ging es zu Fuß zum Heim. 40 Jahre später habe ich den Weg noch gekannt. Vorherrschend ist für mich das… Weiterlesen »

Franziska Petersen
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Franziska Petersen

Hier kommt ein ausführlicherer Bericht als Ergänzung zu meinem Kommentar von Ende November 2019. Ich verbrachte mindestens sieben Wochen (erlebte dort Fasching und Ostern) in einem Kinderheim in Hirschegg/Kleinwalsertal. Die offizielle Begründung hieß: “Keuchhusten”. Dass ich an dieser Begründung Zweifel habe – meine jetzige Hausärztin hält es für widersinnig, ansteckende Kinder zur Kur zu schicken – ist eine andere Geschichte. Die damalige Hausärztin nahm meinen Eltern die Bedenken, ein so kleines Kind – ich war ca. 4 Jahre alt – so lange wegzuschicken, mein eineinhalb Jahre ältererer Bruder sei ja dabei. Eines Tages sollte ich Skischuhe anprobieren. Ich konnte nicht… Weiterlesen »

Christian
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Christian

Ich kann mich nicht an sehr viel erinnern, und wahrscheinlich ist das auch besser so. Ich habe viele Lücken, vor allem was das Organisatorische betrifft. Ich könnte meine Eltern hierzu noch befragen. Sie sind aber beide über Achtzig Jahre alt, und eigentlich möchte ich mit Ihnen nicht mehr über dieses Thema reden, weil das in der Vergangenheit schon mehrfach sehr unschön geendet ist. Dazu später mehr. Ich, Jahrgang 1968, bin wahrscheinlich 1975, vor der Einschulung und vor meinem 7. Geburtstag für 6 Wochen in eine Art Erholungsheim, vermutlich im Allgäu, geschickt worden. Ich kann mich an die genaue Begründung nicht… Weiterlesen »

Gerald Frühsorge
Gast
Gerald Frühsorge

Hallo Christian, du sagst, du möchtest mit deinen Eltern nicht mehr über die Zeit sprechen, die du in diesem Heim verbracht hast. Du glaubst, deine Eltern wären zu alt sich damit zu befassen. Du möchtest Rücksicht nehmen. Ich sage dir nur, frage sie, warum du dort sein solltest. Jetzt ist noch Gelegenheit. Egal wieviel Zeit vergangen ist. Später wird es in dir brennen, Antworten auf Fragen zu bekommen, die dir niemand mehr beantworten kann. Nimm keine falsche Rücksicht. Um deine Bedürfnisse haben sich deine Eltern auch nicht gescheert, als du es gebraucht hättest. Ich bin heute sechzig Jahre alt. Vor… Weiterlesen »

Christiane
Gast
Christiane

Hallo Christian, das was Du schilderst, ist mir genau so passiert und zwar zur selben Zeit in Bad Reichenhall. Wir hatten Spinte mit einem Bild vorne drauf und mein Koffer ist trotz der Namensschildchen in den Kleidern vertauscht worden und andere Kinder haben ständig meine Sachen getragen. Es fehlte auch viel als ich wieder zu Hause im Ruhrgebiet war. – Christiane

Susanne
Gast
Susanne

Hallo Christian
warst du vielleicht in Oberstdorf?
Mir kommt vieles von dort bekannt vor.

I. Bruhn
Gast
I. Bruhn

Ich muss so 1961, ca. 5 Jahre alt, nach Wyk auf Föhr verschickt gewesen sein, ich erinnere mich nur noch daran, dass ich krank wurde und alleine in einem große Zimmer Tag und Nacht im Bett zu liegen hatte. Ab und zu schaute eine Frau nach mir. Woran ich mich noch gut erinnere ist, dass ich nie gerne verreist bin, ich wurde jedes Mal richtig krank mit hohem Fieber, wenn meine Eltern einen Urlaub ankündigten, so dass sie es mir vorher nicht mehr sagten, sondern einfach mit mir los fuhren. Seit dem ich erwachsen bin, bin ich nur 2 x… Weiterlesen »

Tobias C.
Gast
Tobias C.

Ich war zwei Jahre alt, als ich 1976 von meinen Eltern im Seehospiz “Kaiserin Friedrich” auf Norderney abgeliefert wurde. Der Aufenthalt dauerte drei Monate lang (von Ende Juli bis Anfang November), erinnern kann ich mich naturgemäß an nichts. Als meine Eltern mich damals wieder abholten, habe ich sie (laut Überlieferung) zunächst nicht wiedererkannt.
Es ist bitter, dass so junge Kinder so lange fremdem Personal überlassen wurden…

Ulrike König
Gast
Ulrike König

Meine Zwillingsschwester und ich waren ca 1974 zur Kur in St.Peter Ording. Es war das Grauen für uns. Bis heute dachte ich wir wären alleine und manche Dinge hätten nur in meinem Kopf existiert.. wer glaubt schon das es wahr ist, ansehen zu müssen wie Kinder ihr Erbrochenes essen müssen… Die Tanten waren unfassbar streng, ich erinnere mich an die Heimleiterin, sie hatte auf der einen Seite einen amputierten Unterarm. Den gesunden nutzte sie zB einmal als ich mit Windpocken im Zimmer bleiben musste. Alle Kinder Sachen auf dem benachbarten Spielplatz – die Ponde Rosa, ich schlich mich aus dem… Weiterlesen »

Wolfgang B.
Gast
Wolfgang B.

Guten Tag zusammen! Ich bin berührt von dem, was ich hier mehrheitlich lese! Und genau deshalb sehe ich es als meine Pflicht an, von ganz anderen, nämlich recht positiven Erfahrungen zu berichten! Ich möchte beginnen mit dem Begriff „Verschickungskinder“. Ich selbst (geb. 1962) habe mich bei zwei Kuraufenthalten nie „verschickt“ gefühlt (Bad Buchau am Federsee (1968) und Haus Nordmark / Westerland / Sylt (1972)). Ich war starker Pollenallergiker und Asthmatiker und fand es gut, dass man mir einen „Kuraufenthalt“ angedeihen ließ. Mein Vater brachte mich an den Bahnhof in der Eifel, wo mich im Zug eine Frau in Empfang nahm.… Weiterlesen »

Andrea
Gast
Andrea

Lieber Wolfgang, ich halte es für sehr wichtig, dass niemandes Erfahrungen infrage gestellt werden. Auch Deine (positiven) nicht. Deshalb finde ich Deine Anmerkungen auch sehr wichtig. Es gibt objektivierbare Sachverhalte, wie die häufig genannten Strafen etc., aber eben auch Gefühle, die bei jedem und jeder anders aussehen können. “Nur” Heimweh kann – trotz sonst unproblematischer Situation – auch traumatisierend erlebt werden. Dabei spielt mit Sicherheit auch das Alter der Kinder eine große Rolle. Meine Schwester, die damals knapp 9 Jahre alt war, erlebte dieselbe Kur völlig anders als ich mit erst 6 Jahren, die ich mich hilflos ausgeliefert und verlassen… Weiterlesen »

Dieter
Gast
Dieter

Guten Tag, im Februar 1962 war ich im Alter von 5 Jahren verschickt nach Norderney ins Seehospiz Kaiserin Friedrich. Noch heute habe ich – ausschließlich – negative Erinnerungen an meinen Aufenthalt dort und kann über Misshandlungen der “Tanten” berichten. Ich verfüge über Fotos von meinem Aufenthalt, der seine unrühmliche Krönung darin fand, dass wir Kinder während der Sturmflut, die in Hamburg zahlreiche Todesopfer forderte, des Nachts geweckt wurden und uns angezogen in einem Raum versammeln mussten (bei “blauem Licht”), weil die Sicherheit der Anwesenden wohl auf dem Spiel stand. Gerne würde ich mich mit anderen austauschen, sehe aber mich aufgrund… Weiterlesen »

Martina
Gast
Martina

Hallo Dieter, du bist ja schon ganz richtig hier auf dieser Seite. Du hast die Möglichkeit, dich unter “Vernetzung” in der Umgebung deines Wohnortes oder der “Heimvernetzung” mit anderen in Verbindung setzen.

Bruno Toussaint
Gast
Bruno Toussaint

Lieber Dieter, ich schreibe auch oft im Forum Romanum unter BrunoGlas. Der Betreiber, der David alias Seehospiz will ich nicht, dass man “Werbung” für verschickungsheime.de macht und droht mit Löschung des Accounts. Die Heimortgruppe Seehospiz wird von dem eher noch jungen Sozialpädagogen Frank (1985 dort) betreut, den Du direkt anschreiben kannst: verschickung_nordwest@4erban.de Ich selbst war insgesamt viermal im Seehospiz: 1960 in Haus 1, und wie Du 1962 während der Sturmflut ebenso in Haus 1. Danach war ich 1963 / 64 in Haus 6 und ebenso 1964 / 65 in Haus 6. Das war aber insgesamt zweimal zuviel. Das letzte mal… Weiterlesen »